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Die Hunderasse Dobermann ist wohl die typische Rasse, die man im Kopf hat, wenn man an Wachhunde denkt. Und das ist kein Wunder, denn der Dobermann wurde als Schutzhund gezüchtet. Entsprechend ist er sehr muskulös und kräftig gebaut und die in früheren Zeiten (leider) oftmals kupierten Ohren, sorgten für ein finsteres Aussehen.

Dobermann: Herkunft

Der Dobermann kommt aus Deutschland, genau genommen aus dem thüringischen Apolda. Die Hunderasse wurde nach ihrem Züchter Friedrich Louis Dobermann benannt. Herr Dobermann hatte recht unterschiedliche Einnahmequellen. So arbeitete er unter anderem als Hundesteuereintreiber und Hundefänger, sowie als Nachtpolizist. Hierfür benötigte er einen scharfen Gebrauchshund zu seinem Schutz. So beschäftigte er sich mit der Züchtung von Hunden, um den perfekten Schutzhund zu züchten. Für die Züchtung verwendete er nicht nur Rassehunde, sondern auch Mischlinge. Ihm war lediglich wichtig, dass die verwendeten Hunde angstfrei und mutig waren. Entsprechend lässt sich die Rassezusammensetzung des Dobermanns nicht im Detail nachvollziehen. Im Jahr 1863 wurde die neue Rasse das erste Mal auf dem Hundemarkt in Apolda präsentiert.

Der Dobermann wurde in beiden Weltkriegen beim deutschen Heer eingesetzt, noch heute ist er ein beliebter Wach- und Polizeihund.

Dobermann: Aussehen

Dobermann-Rüden sind etwa 68 bis 72 cm hoch und haben ein Gewicht von 40 bis 45 kg. Hündinnen sind etwas kleiner: Bei einer Körpergröße von 63 bis 68 cm wiegen sie 32 bis 35 kg. Die Hunderasse hat kurzes und glattes Fell, das schwarz oder braun mit rotbraunen Abzeichen ist. Der Körperbau ist kräftig und muskulös, dabei aber elegant.

Kupieren beim Dobermann

Kupieren der Ohren

Von Natur aus hat der Dobermann mittelgroße, runde und hängende Ohren. Leider wurden die Ohren früher meist kupiert, damit sie stehen. Hierdurch sollte der Hund vermutlich aufmerksamer und bedrohlicher wirken. Das Kupieren der Ohren ist sehr schmerzhaft für den Hund: Das Ohr wurde hierbei in eine Metallklemme eingeklemmt und beschnitten. Im Anschluss wurden die Ränder vernäht. Damit die neue stehende Form der Ohren entstehen konnte, wurden die beschnittenen Dobermann-Ohren unter Spannung gehalten und zunächst mit einem Klebeverband über dem Kopf des Hundes befestigt. Nach einer Woche wurden die Ohren für mehrere Wochen in einem speziellen Gestell oder mit Tampons fixiert. Stand das Ohr nach dieser Prozedur nicht, wurden die Ohren zum Beispiel mit Silikonstäbchen stabilisiert. Alles in allem: Pure menschliche Grausamkeit, die seit Januar 1987 in Deutschland verboten ist.

Kupieren der Rute

Doch damit nicht genug: Bis Juni 1998 war es auch üblich die Rute des Dobermann zu kupieren. Auf Deutsch: Den armen Hunden wurden nicht nur die Ohren abgeschnitten, sondern auch der Schwanz. Dieser wurde früher zu einem Stummelschwanz geschnitten, während die Rute in ihrer natürlichen Form durchaus lang und nach oben gebogen ist. Vermutlich sollte auch dies dafür sorgen, dass die Hunde bedrohlicher wirkten, in dem sie nicht freundlich wedeln konnten.

Kupier-Verbot in Deutschland

Das Kupieren beim Dobermann ist letztlich nichts anderes als kosmetische Tierquälerei. Daher ist das Kupieren von Hunden in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern mittlerweile verboten. So besagt §6 des Tierschutzgesetzes:

„Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres.“

Besser spät als nie: Seit 2002 gilt beim Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ein Ausstellungsverbot für Hunde aus dem In- und Ausland, deren Ohren nach dem 1. Januar 1987 kupiert wurden oder deren Rute nach dem 1. Juni 1998 amputiert wurde.

Dobermann: Wesen

Der Dobermann ist wie beschrieben zu Schutzzwecken gezüchtet worden. Entsprechend ist diese Hunderasse nicht für Anfänger geeignet. Er braucht konsequente Erziehung, Bewegung und Beschäftigung. Er braucht außerdem eine Bezugsperson, an die er sich meist eng bindet. Daher sollte ein Dobermann, der als Wachhund gehalten wird, dennoch Ansprache haben.

Eigentlich ist die Hunderasse friedlich. Leider ist sie aber überzüchtet, so dass es einige Linien gibt, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen: Diese reichen von offensiver Aggressivität und offensichtlicher Kampflustigkeit bis hin zum Angstbeißen. Der Dobermann gehört im Bundesland Brandenburg zu den so genannten Listenhunden.

Dobermann: Gesundheit und Lebenserwartung

Leider gilt der Dobermann nicht als langlebige Rasse. Er kann etwa 10 Jahre alt werden, oft ist die Lebenserwartung aber deutlich geringer. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass die Hunde rassebedingt gleich für mehrere Krankheiten anfällig sind.

So tritt beispielsweise das Kongenitale Vestibularsyndrom gehäuft auf. Hierbei handelt es sich um eine Erbkrankhei, bei der eine Fehlbildung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr vorliegt. Die Folge sind Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Kopfschiefhaltung und auch Taubheit.

Auch das Wobbler-Syndrom ist beim Dobermann häufig zu sehen. Hierbei handelt es sich um einen Symptomkomplex, der durch Nervenschädigungen im Bereich des Rückenmarks hervorgerufen wird. Der Krankheitsname leitet sich vom altdeutschen Wort „wobbeln“ ab, was für „wackeln“ steht und sich auf die unsicheren Bewegungen der erkrankten Tiere bezieht.

Die Herzkrankheit Dilatative Kardiomyopathie ist beim Dobermann ebenfalls weit verbreitet. Hier ist der Herzmuskel geschädigt und es kann zu einem plötzlichen Herztod kommen. Es wird empfohlen, Hunde dieser Rasse ab dem fünften Lebensjahr jährlich auf Herzmuskelerkrankungen untersuchen zu lassen.

Hiermit sollen nur einige Krankheiten genannt sein, die häufig beim Dobermann auftreten. Wichtig ist, sich vor der Anschaffung dieser Hunderasse genau zu informieren und den Stammbaum zu überprüfen.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dobermann
http://de.wikipedia.org/wiki/Kupieren

Bildquelle:
Flickr: Dobermann
Urheber: Andrea Pilotti
Inhalte zur Bearbeitung unter der CC-Lizenz

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