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Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, sind wir im April Eltern einer Tochter geworden. Seither stellt unsere kleine Sina nicht nur unser Leben auf den Kopf, sondern natürlich auch das unserer Katzen. Im Vorfeld haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie Mogli und Shiva wohl auf das Baby reagieren würden. Und wir haben versucht, sie bestmöglich auf den Neuankömmling vorzubereiten. Da Dinge in der Theorie immer anders klingen, als sie in der Praxis sind, haben wir die Zeit rückblickend resümiert. Heute gibt es den ersten Teil, in dem ich euch etwas von unseren Vorbereitungen auf das Zusammenleben von Baby und Katze erzähle.

Schwanger – und die Katzen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Mogli und Shiva bereits vor uns wussten, dass ich schwanger war. Denn von einen Tag auf den anderen verhielten sie sich anders: Mogli ging merklich auf Distanz zu mir. Shiva hingegen lag auffällig häufig auf meinem Bauch und schnurrte, was das Zeug hielt. Kurze Zeit später machte ich den Schwangerschaftstest, der positiv war. Während Moglis Verhalten sich irgendwann wieder normalisierte, behielt Shiva die Angewohnheit, meinen Bauch zu belagern die ganze Schwangerschaft bei. Sina war das wohl am besten beschnurrte Baby der Welt.

 


Merken Katzen wirklich, dass eine Frau schwanger ist?
Eine Schwangerschaft stellt den kompletten Hormonhaushalt auf den Kopf. Damit einhergehend ändert sich auch der Körpergeruch der Frau. Es wird vermutet, dass die feinen Katzennasen (im Gegensatz zu uns) den veränderten Geruch wahrnehmen. Nicht selten verhalten sich Frauen aber auch anders: Vielleicht sind sie gereizter, müder oder sie fühlen sich schlicht nicht wohl. Auch diese Signale kommen bei unseren Katzen an, sodass sie merken, dass etwas anders ist.

Toxopla-was?

Schwangere neigen dazu, sich Sorgen zu machen. Das erste Sorgenthema, auf das man im Zusammenhang mit Katzen stößt, ist vermutlich die Toxoplasmose. Dabei besteht kein Grund zur Sorge, wenn man sich an ein paar Vorsichtsmaßnahmen hält. Da leider immer noch viel Unwissenheit herrscht und nicht wenige Katzen aus Angst weggegeben werden, habe ich dazu bereits vor einiger Zeit einen eigenen Artikel geschrieben.

Lese-Tipp: Toxoplasmose – was ihr wissen müsst

Die Vorbereitungen

Abseits von der Toxoplasmose sollten die Katzen natürlich gesund sein und keine Parasiten haben. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu beachten, wenn man schwanger ist und mit Katzen zusammenlebt. Aber man kann versuchen, die Katzen auf das Baby vorzubereiten. Zugegeben: Wir wollten sehr viel mehr tun als wir getan haben. Aber durch Moglis Diabetes-Diagnose lief die Vorbereitung  auf das Baby eher nebenher und unser Fokus lag woanders.

Was wir tun wollten, aber nicht taten

Wir wollten unsere Katzen eigentlich im Vorfeld an Babygeschrei gewöhnen, indem wir entsprechende Dateien von fremden Babys in unterschiedlichen Lautstärken abspielen. Diesen Plan haben wir bis zum Schluss vor uns hergeschoben und dann letztlich nicht mehr umgesetzt.

Lese-Tipp: Babyalarm: So klappt es mit Katze und Baby (Interview mit Katzenpsychologin Katja Rüssel)

Außerdem wollte ich eigentlich während der Schwangerschaft mit Clickertraining anfangen. Die Idee war, dass man den Katzen ein festes Ritual bietet, das auch nach der Geburt weitergeführt werden kann. So sollte sich keiner vernachlässigt fühlen.

Braucht man das?
Rückblickend ist es gar nicht schlimm, dass wir die beiden Punkte nicht hinbekommen haben. Ich glaube, keine Datei der Welt kann eine Katze auf die Geräuschkulisse vorbereiten, die kommt. Und realistisch betrachtet hält ein neugeborenes Baby seine Eltern so auf Trab, dass man an Rituale und den normalen Alltag erst mal nicht denken braucht. Wichtig ist vielmehr, dass man freie Lücken nutzt. Und dass der Papa einspringt, denn als Mutter ist man erst mal mit anderen Dingen beschäftigt.

Katzenfreies Schlafzimmer

Unsere wichtigste Vorbereitung bestand darin, den Katzen beizubringen, dass sie nicht mehr bei uns im Schlafzimmer schlafen durften. Denn hier sollte ja bald ein Neugeborenes im Beistellbettchen schlafen. Kaum auszudenken, wenn sich eine der Katzen auf das Baby legen würde – sei es aus den besten Absichten. Man hört schreckliche Geschichten, immer wieder. Und auch, wenn man sich nicht vorstellen kann, dass etwas passiert: Katze und Baby nachts in einem Raum geht (für uns) nicht.

Bis dahin hatten unsere Katzen die Nacht in unserem Bett oder zumindest im gleichen Raum wie wir verbracht. Und das schon immer. Tagsüber war einer Moglis Lieblingsschlafplätze auf dem Kleiderschrank. Damit er diesen erreichen konnte, haben wir ihm extra ein Regal aufgehängt, das ihm als Sprungschanze diente. Und diesen beiden Katzen sollten wir nun klarmachen, dass ihre Zeit im Schlafzimmer vorbei war. Keine einfache Aufgabe. Tatsächlich hat das aber ziemlich entspannt geklappt.

Wie wir es geschafft haben
Zunächst haben wir kurzerhand die Tür zum Schlafzimmer geschlossen und die Katzen blieben draußen. Das Ergebnis waren ziemlich unzufriedene und verständnislose Katzen, die abwechselnd an der Schlafzimmertür kratzten. Wie sollten sie uns auch verstehen? Man braucht wirklich starke Nerven, um das Kratzen und Jammern zu ignorieren. Unser zweiter Schritt zum Erfolg hat sich durch Moglis Diabetes-Erkrankung ergeben. Die erste Zeit haben wir auch nachts Blutzucker und Ketone gemessen und mussten zum Teil Insulin nachspritzen. Dadurch hat Sebastian eine ganze Weile auf dem Sofa im Wohnzimmer geschlafen. So war zwar das Schlafzimmer blockiert und eine Bezugsperson nicht greifbar, die Andere war aber bei den Katzen. Und das war für sie in Ordnung. Als Sebastian wieder ins Schlafzimmer gezogen ist, waren sie zumindest schon mal daran gewöhnt, dass ihnen der Zutritt verwehrt blieb. Es folgte eine anstrengende Nacht und seither klappt es. Ab und zu kommt es immer mal wieder zu Kratzversuchen an der Tür, die aber schnell nachlassen. Man darf nur eines nicht: darauf reagieren. Ich wette, sobald man schwach wird, fängt das Spiel von vorne an. Tagsüber steht die Tür übrigens offen. Mogli wohnt auf dem Schrank und ist zufrieden. Allerdings entspricht das nicht den gängigen Empfehlungen, die besagen, dass die Katzen dadurch verwirrt wären. Bei uns klappt es ohne Probleme.

Das Kinderzimmer

Natürlich ergeben sich durch ein Baby einige Veränderungen in der Wohnung. Man braucht Bettchen, Wickeltisch, Schrank und wirklich jede Menge Gerümpel. Wir haben das Kinderzimmer, das bis dahin unser Gästezimmer war, neu gestrichen, Möbel verkauft oder verschenkt und es neu eingerichtet. Dabei war uns wichtig, dass die Katzen bei allem dabei waren. Wir haben sie nicht ausgeschlossen, sondern sie alles begutachten und beschnüffeln lassen. Denn unsere Katzen und das Baby sollten schließlich Freunde werden.

Regeln für die Katzen
Im Kinderzimmer gelten strengere Regeln für unsere Katzen. Bei einer Sache verstehe ich keinen Spaß und das ist die Wickelkommode. Auf der haben die Katzen nichts verloren – genauso wenig wie unsere Tochter später mal etwas an den Kratzbäumen zu suchen hat. Ich habe das lange mit Mogli diskutiert und tatsächlich einige Male eine Spritzflasche eingesetzt. Direkt danach folgt das Gitterbettchen. Es muss einfach nicht sein, dass das Baby in einem Berg voll Katzenhaaren schläft. Ansonsten dürfen die Katzen überall im Kinderzimmer liegen – vorausgesetzt wir sind anwesend.

Die Geburt – und wer füttert die Katzen?

Schließlich musste noch eine Betreuung für Katzen während der Geburt her. Denn die kann sich ganz schön in die Länge ziehen, wenn man Pech hat. Bei uns kam erschwerend hinzu, dass Mogli Diabetiker ist und alle 12 Stunden seine Insulinspritze braucht. Uns war wichtig, dass Sebastian sich voll und ganz mit mir auf die Geburt konzentrieren konnte und nicht mittendrin vom Krankenhaus zum Kater fahren musste. Aber auch sonst kann es sinnvoll sein, dass es jemanden gibt, der sich notfalls um die hungrigen Katzen kümmern kann.

Weil man eine Geburt nun mal nicht planen kann
Das Schwierige bei einer Geburt ist leider, dass sie sich zeitlich so schlecht planen lässt. Das Baby kommt, wenn es kommt – ganz egal welcher voraussichtliche Geburtstermin im Mutterpass steht. Wir brauchten also nicht nur jemanden, der sich zuverlässig um Moglis Diabetesmanagement kümmert, sondern auch noch jemanden, der zeitlich flexibel auf uns reagieren konnte. Wir hatten großes Glück, die besten Tierärzte überhaupt zu haben. An dieser Stelle vielen lieben Dank, liebes Mausbesuch-Team! Bereits Wochen vor der Geburt (und weit vorm Packen der Kliniktasche) habe ich Listen und Boxen vorbereitet: Eine Liste für Sebastian, wann er wen informieren musste. Eine Liste und eine Box, mit allem, was er brauchte, für unseren Tierarzt. Eine Liste und eine Box, mit allem, was sie brauchte, für unsere normale Katzensitterin. Während wir im Kreissaal verweilten, lief unser Plan los und alles hat super geklappt.

Ausblick: Ein Baby zieht ein – die ersten Monate

Im nächsten Artikel erzähle ich euch, wie unsere Katzen auf das Baby reagiert haben und wie die ersten Monate des Zusammenlebens sich gestaltet haben. Bis dahin freue ich mich auf eure Kommentare: Wie habt ihr eure Katzen auf euer Baby vorbereitet? Oder seid ihr vielleicht noch dabei? Ich bin gespannt!

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