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Martina Stricker und ihr Hund Aaron sind ein gutes Team. Das aus dem verschüchterten Aaron, der auf einer Müllkippe in Griechenland entsorgt wurde, eines Tages ein Rettungshund werden würde, hat sich die erfahrene Rettungshundeführerin anfangs nicht träumen lassen. Auf 160 Seiten liefert ihr Buch Flächensuche mit Hund: Vom Freizeitspaß bis zur Vermisstensuche im Rettungseinsatz Hintergrundwissen und Anleitungen für das Training der Flächensuche.

Vorweg: Flächensuche – was ist das?
Speziell ausgebildete Fächensuchhunde können bei der Suche nach vermissten Personen helfen. Von Flächensuche spricht man, wenn die Personen im unwegsamen Gelände oder in weitläufigen Waldgebieten gesucht werden. Ihr gut ausgeprägter Geruchssinn hilft den Hunden dabei, menschliche Witterung aufzunehmen und die vermisste Person zu finden. Flächensuche kann sowohl zum Spaß als auch für den Ernstfall betrieben werden.

Die Flächensuche

Der Hund nutzt zehn Prozent seines Gehirns zum Riechen, hat unglaublich viele Riechzellen und kann bis zu 300-mal pro Minute ein- und ausatmen. Der Mensch verliert 40.000 abgestorbene Hautpartikel in einer einzigen Minute. Gepaart mit einzigartigen Bakterienstämmen von Haut- und Darmflora sind wir für den Hund leicht zu erschnüffeln. In Bezug auf die Flächensuche muss dabei jedoch einiges beachtet werden. Die menschlichen Partikelbewegungen unterliegen dem Einfluss von Wind, Hindernissen, Höhenunterschieden und weiteren Faktoren. Das vorliegende Buch von Frau Stricker liefert umfassende Informationen hierzu.

Wer übrigens denkt, der Hund könne die Flächensuche alleine bewerkstelligen, liegt falsch. Die Flächensuche lebt von der effektiven Arbeitsteilung zwischen Mensch und Hund. Der Mensch teilt das Suchgebiet ein, überprüft die Strömungen im Suchareal und steuert den Hund strategisch durch das Suchgebiet.

Kommunikation bei der Flächensuche

Kommunikation ist das A und O bei der Flächensuche mit Hund. So ist es nicht verwunderlich, dass diesem Thema ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Denn Kommunikation muss gelernt sein, vor allem da die „Muttersprache“ des Hundes die Körpersprache ist und wir Menschen mit unseren Hunden am liebsten über erlernte Hörzeichen kommunizieren. In der Kommunikation mit dem Hund gibt es viel zu beachten. Es gibt viele Stolpersteine, aber auch viele Kniffe und Tricks, wie man geschickt konditioniert und eine Sprachverknüpfung herstellt. Sehr sympathisch finde ich persönlich den Aufruf der Autorin unsere ganze Persönlichkeit in die Waagschale zu werfen, um eine tiefe Verbindung zu unserem Hund aufzubauen.

Praxisteil

Im Praxisteil beschreibt Frau Stricker in zehn Übungseinheiten, wie Flächensuche mit dem Hund funktioniert. Jede Übungseinheit ist ausführlich beschrieben und lädt mit Illustrationen und Bildern direkt zum Umsetzen ein.

Der Einsatz von Flächensuchhunden

Über den Einsatz von Flächensuchhunden gibt es ebenfalls ein eigenes Kapitel. Trotz der Möglichkeit modernste Techniken zu verwenden, ist der Einsatz von Rettungshunden vielfach immer noch die erste Wahl.

Denn selbst die beste Technik hilft nicht

  • wenn zum Beispiel der demente Opa sein Handy seit einigen Tagen nicht mehr aufgeladen hat,
  • oder an einem heißen Tag viele Menschen im schattigen Wald Abkühlung suchen, über dem eine Wärmebildkamera kreist.

Der Leser erfährt mehr über die Basics des Rettungseinsatzes mit Rettungshunden: das Equipment und die Ausrüstungsliste, die Befragung vor Beginn der Suche, die strategische Planung und Entwicklung einer Suchstrategie bis hin zu verschiedenen Suchszenarien.

Fazit zum Buch

Dieses Buch zu lesen hat mir tierischen Spaß gemacht! Zum einen sind mein Hund Wile und ich schon seit etwa drei Jahren in unserer Freizeit beim „Suchen“ in unserer Hundeschule aktiv. Zum anderen ist dieses Buch mehr als nur eine Anleitung zur Flächensuche. Die strategische Hinführung über die basale Kommunikation mit dem Hund macht dieses Buch zu einem runden Konzept. In diesem Sinne: ganze fünf Hundepfoten von fünf.

Buchinformationen: Flächensuche mit Hund

Flächensuche mit Hund: Vom Freizeitspaß bis zur Vermisstensuche im Rettungseinsatz
Martina Stricker
Müller Rüschlikon
ISBN 978-3275021390
19,95 € bei Amazon

Über die Autorin

Martina Stricker ist seit 2000 aktive Rettungshundeführerin und seit 2007 auch als Ausbilderin im Rettungshundewesen tätig. Mit viel Leidenschaft erforscht die Autorin mit besonders ambitionierten Hundeführern die Fähigkeiten und Arbeitsweisen von Suchhunden. Ihr Ausbildungskonzept basiert auf Naturgesetzen, intensiver Beobachtung, vielen praktischen Erfahrungen, Fortbildung und dem Austausch mit Rettungshundeführern.

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Klappentext

Die Flächensuche bietet unglaubliche Vielfalt und schafft eine enge Verbindung zwischen Mensch und Hund. Sie ist spielerische Beschäftigung, spannendes Hobby oder hilft bei der Vermisstensuche im Rettungseinsatz. Das Buch liefert reich bebildert und leicht verständlich Hintergrundwissen und Anleitungen für das Training der Flächensuche im stufenweisen Aufbau. So kann jeder Hundeführer selbst entscheiden, welcher Schwierigkeitsgrad der für ihn geeignete ist und welche Suchstrategie er verfolgen möchte. Martina Strickers Ausbildungskonzept setzt auf Logik und Klarheit. Es trägt den gesteigerten Anforderungen unserer dicht besiedelten Umwelt Rechnung und vermeidet so im Hobbybereich Konflikte. Das verbessert, speziell wichtig im Rettungshundeeinsatz, die Erfolgsquote.

Anmerkung: Das Buch „Flächensuche mit Hund: Vom Freizeitspaß bis zur Vermisstensuche im Rettungseinsatz“ wurde uns freundlicherweise als Rezensionsexemplar vom Müller Rüschlikon-Verlag zur Verfügung gestellt.

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Bereits mit 4 Jahren saß Katja das erste Mal auf einem Pferd. Damit begann eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Zu ihren Zimmergenossen zählten bereits Wellensittiche, Hasen und diverse Fische. Auf ihrem Weihnachtswunschzettel stand, seit sie zehn war, meist nur ein Wunsch: Sie wollte einen Hund. Dieser Wunsch hat sich bis heute erhalten und scheint bald Wirklichkeit zu werden. Katja ist examinierte Krankenschwester und studiert Medizin in Ulm. In ihrer Freizeit zieht es sie raus in die in die Natur. Die Leidenschaft zu Schreiben entdeckte sie schon früh, obwohl ihre Deutschlehrerin der Realschule da anderer Meinung war. Erst auf der BOS traf sie auf eine Lehrerin, die ihren frechen Schreibstiel zu schätzen wusste. Katja ist ein absoluter Tiernarr und ganz nebenbei träumt sie von einer eigenen Hühnerschar. Weil: Hühner sind die besseren Hasen.
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