Sonntagsspaziergang im Park: Das sind doch Kerstin und Jan. Und vor ihnen läuft an einer Leine, freundlich wedelnd, ein Hund. Ein großes Hallo: Kerstin und Jan sind auf den Hund gekommen. So wird die Redewendung oftmals fälschlich verwendet. Denn auf den Hund gekommen ist man nicht, wenn man sich einen Hund zulegt, sondern, wenn man in schlimme Umstände gerät. Das wissen nur die meisten Menschen nicht mehr. Und weil die Redewendung so alt ist, existieren verschiedene Theorien zu ihrem Ursprung.
Der Hund als Wächter über das Geld
Heutzutage bringen wir unser Erspartes zu dem Bankinstitut unseres Vertrauens und legen es dort möglichst gewinnbringend an. Das war aber nicht immer so. In Zeiten, in denen es noch keine Bankinstitute gab, wurden Zahlungsmittel in einer Holztruhe verwahrt. Auf den Böden dieser Geldtruhen war ein aufgemalter Hund. Wenn das Geld zuneige ging, wurde der Hund am Truhenboden sichtbar und man war auf den Hund gekommen. Somit war man in schlimme Umstände geraten oder befand sich kurz davor.
Der Hund in der Kriegskasse
Ein ähnlicher Erklärungsansatz bezieht sich auf die Kriegskasse. Diese wurde im Krieg mitgeführt, um die Söldner zu entlohnen. Im unteren Teil der Kasse befand sich ein Holzkästchen, das Hund genannt wurde. In diesem Kästchen befand sich eine Notreserve. War man also auf Hund gekommen, war die Kriegskasse fast leer.
Der Hund im Bergbau
Im Bergbau wurden die Förderwagen, mit denen Erz oder Kohle abtransportiert wurde, Hunt (oder auch Hund) genannt. Bergmänner, die nicht mehr kräftig genug waren, wurden zum Huntstoßen (Wagenschieben) eingesetzt. Somit waren die Bergmänner auf den Hund gekommen, da diese Tätigkeit mit weniger Lohn entgolten wurde.
Der Hund und die Gebrüder Grimm
Die Gebrüder Grimm berichten in ihrem Wörterbuch von einem Rechtsgebrauch, der besagt, dass Verurteile einem Hund gleich behandelt werden durften:
„wie der verurtheilte….den strang um den hals trug, er auch den hund tragen sollte, damit anzuzeigen, dasz er wert sei, gleich einem hund erschlagen und aufgehängt, an der seite eines hunds aufgehängt zu werden“. Sie führen weiter aus, dass „auf den hund kommen, eigentlich bis zur strafe des hundetragens kommen“ bedeute, und „jetzt bedeutet es theils in verächtliche oder schlimme äuszere verhältnisse, theils mit der gesundheit herunter kommen.“
Somit waren Verurteile in schlimme Umstände geraten und auf den Hund gekommen.
Von @madamechaaaos: Auf den Hund gekommen – Redewendung http://t.co/OckDUnm39S #IronBloggerMUC