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Heute ist Samstag – unser Putztag. Und ich putze wie eine Wilde, um mich abzulenken. Jede Ecke wird gewienert, jeder Kalkfleck weggeschrubbt. Das Telefon fest im Blick. Gestern Nacht mussten wir unseren Kater Mogli in die Tierklinik bringen. Wenn ich putze, denke ich nicht so viel. Dachte ich. Jetzt sitze ich hier und weine. Weil ich in Ruhe putzen kann.

Keiner, der mir beim Bettenbeziehen die Bezüge klaut.
Keiner, der mit kleinen Samtpfoten über den frisch gewischten Boden läuft.
Keiner, der genau zuschaut, ob wir die Katzenklos auch richtig saubermachen.
Keiner, der einen Spielball bringt, während ich die Badewanne schrubbe.
Keiner, der Streu in der frisch gesaugten Wohnung verteilt. Nichts.

Ich kann in Ruhe putzen. Alles, was mich sonst mitunter auf die Palme bringt, fehlt. Und ich hasse es. Ich will meinen kleinen Kater hier haben, der Unordnung in unser Leben bringt. Der unsere Wohnung zu einem Zuhause macht. Warum klingelt das Telefon nicht?

Weil es natürlich erst dann klingelt, als ich mich entschließe, es aus den Augen zu lassen und duschen zu gehen. Sebastian übernimmt die Telefonwache und hört den Worten zu. Es geht ihm besser. Aber er ist krank. Diagnose: Diabetes. Er muss in der Klinik bleiben – er wird dort eingestellt. Alle vier Stunden wird sein Blutzucker gemessen. Was das im Detail für ihn und uns bedeutet, wird sich zeigen. Aber er kann damit leben, heißt es. Erleichterung. Erschrecken. Und die Hoffnung, dass alles gut wird und Mogli bald wieder für die richtige Dosis Chaos in unserem Leben sorgt. Ich werde nicht mehr darüber schimpfen. Erst mal.

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2 KOMMENTARE
  1. ich kann deinen Herzschmerz nachvollziehen. Unser Elvis musste vor einem Jahr wegen eines Zwerchfellrisses operiert werden. Die ganze Geschichte hätte mich fast in den Nervenzusammenbruch getrieben. Besonders schlimm waren die Missverständnisse mit der Tierklinik. Die erste Diagnose lautete „Tumor am Herzen“. Und dann, als er operiert war und wir dachten, jetzt würde alles gut, da bekamen wir plötzlich einen Anruf, wir müssten sofort kommen, sein Zustand habe sich verschlimmert. Wir müssten noch mehr Geld mitbringen und mit dem Tierheim reden. Ich war so fertig, dass ich auf der Fahrt zur Klinik fast einen Unfall gebaut habe. Es stellte sich dann heraus, dass unser Elvis mit einer Katze verwechselt worden war, die vom Auto angefahren worden war, eine Not-OP gebraucht hat und die dann auch nicht überstanden hat.

    Elvis hat seine OP überstanden – und auch die schwierige Phase der Rekonvaleszenz. Meine Frau Bärbel hat das, was sie dabei erlebt hat, in einem Artikel auf Lieblingskatze.net zusammengefasst: http://www.lieblingskatze.net/5-tipps-fuer-das-verhalten-nach-einer-operation/

    Ich wünsche euch für die Zukunft alles Gute!

    • Hallo Frank,

      ohje, das klingt nach einem wahren Albtraum! 🙁 Zum Glück ist alles gut ausgegangen!
      Vielen Dank für die guten Wünsche! Wir hoffen, dass wir Mogli morgen nach Hause holen können.

      Viele Grüße,

      Nicole

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