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Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen in der Regel sehr vorsichtig, was die Aufnahme unbekannter Nahrung angeht. Daher muss man sich bei ihnen in der Regel weniger Sorgen machen, dass sie vergiftete Köder fressen. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Stoffen, die zu Vergiftungserscheinungen bei der Katze führen können. Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige über Vergiftungen bei Katzen.

Was versteht man unter einer Vergiftung?

Von einer Vergiftung (Intoxikation) spricht man, wenn durch die Aufnahme von Substanzen (z.B. Toxine, Medikamente oder Gefahrstoffe) Schäden bei Lebewesen entstehen. Die giftigen Stoffe wirken dabei ganz unterschiedlich auf den Organismus: so können sie zum Beispiel Organe zersetzen oder das Nervensystem lähmen. Die Symptome einer Vergiftung können sehr unterschiedlich sein.

Häufige Ursachen für Vergiftungen bei der Katze

Permethrin – giftig für Katzen!

Die am häufigsten nachgewiesene Vergiftungsursache1 ist der Wirkstoff Permethrin. Dieser ist häufig in Präparaten für Hunde gegen Ungeziefer, wie Flöhe und Zecken, enthalten. Permethrin darf nur bei Hunden angewendet werden – für Katzen ist der Wirkstoff giftig!

Anmerkung: Es heißt, dass Teebaumöl Zecken fernhält. Bei Katzen sollte man auf solche Experimente verzichten. Denn auch Teebaumöl ist giftig für Katzen!

Schmerzmittel aus der „Menschenapotheke“

Keinesfalls sollte man seiner Katze Medikamente verabreichen, die für den Menschen bestimmt sind! Dies kann zu schlimmen Vergiftungserscheinungen führen und im Zweifel tödlich enden. Besonders Schmerzmittel sind nicht für Katzen geeignet.

Diclofenac & Ibuprofen – giftig für Katzen!
Laut dem Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie dürfen Diclofenac und Ibuprofen nicht bei Katzen angewendet werden. Beide Wirkstoffe sind giftig!

Paracetamol – giftig für Katzen!
Laut dem Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie reagieren Katzen äußerst empfindlich auf Paracetamol.  Bereits bei einer Aufnahme von 10 mg/kg Körpergewicht (minimal toxische Dosis) wirkt Paracetamol giftig. Die Symptome der Paracetamol-Vergiftung zeigen sich nach ein bis vier Stunden. Geben Sie Ihre Katze also nicht eigenmächtig Paracetamol!

Acetylsalicylsäure – giftig für Katzen!
Acetylsalicylsäure (z.B. enthalten in Aspirin) kann bei Überdosierung zum Beispiel zu Nierenschäden führen. Daher sollte der Wirkstoff niemals eigenmächtig verabreicht werden!

Giftige Pflanzen

Leider führen auch immer wieder Zimmerpflanzen zur Vergiftung von Katzen, zum Beispiel der in der Adventszeit beliebte Weihnachtsstern.

Bevor Sie sich Pflanzen anschaffen, lohnt sich ein Blick in die Giftdatenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie.

Weitere Vergiftungsgefahren im Haushalt

Folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Äthylenglykol  (enthalten in Frostschutzmitteln)
  • Metaldehyd (enthalten in Schädlingsbekämpfungsmitteln)
  • Phenole (enthalten in Reinigungsmitteln)
  • Naphthalin (enthalten in Mottenkugeln)
  • Östrogene (enthalten in der „Anti-Baby-Pille“)
  • Barbiturate (enthalten in Beruhigungsmitteln)

Vergiftungssymptome bei der Katze

Die Symptome einer Vergiftung sind leider nicht eindeutig und können auch anderen Krankheitsbildern entsprechen. Folgende Symptome können Anzeichen für eine Vergiftung der Katze sein:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Untertemperatur oder Fieber
  • Teilnahmslosigkeit und Schwäche
  • Zuckungen und Krämpfe
  • Speicheln
  • Zittern
  • Bewegungsstörungen (schwankender Gang, Lähmungen)

Wichtig: Bringen Sie Ihre Katze bei dem leisesten Verdacht einer Vergiftung zu einem Tierarzt!

Vergiftung Katze: Was tun?

  • Wenn Sie Ihre Katze dabei beobachtet haben, wie sie giftige Stoffe zu sich genommen hat, bringen Sie das Tier umgehend zu Ihrem Tierarzt!
  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze etwas Giftiges gefressen haben könnte, bringen Sie sie ebenfalls zum Tierarzt! Je eher Sie handeln, desto besser kann Ihrer Katze geholfen werden.
  • Wichtig zu wissen: Die Aufnahme von Giftstoffen kann auch über Hautkontakt oder Putzen des Fells erfolgen. Auch hier gilt: Zeigt Ihre Katze Vergiftungssymptome, sollte sie einem Tierarzt vorgestellt werden.

Was man nicht tun sollte:
Auch, wenn es logisch klingt: Es empfiehlt sich nicht, die Katze eigenmächtig zum Erbrechen zu bringen. Denn oftmals zeigen sich die Symptome der Vergiftung erst zeitverzögert, so dass die giftige Substanz bereits im Darm angekommen ist und durch Erbrechen nicht mehr herausbefördert werden kann. Bringen Sie Ihre Katze lieber zum Tierarzt!

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vergiftung, Abruf 20.03.16
http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_t.htm, Abruf 20.03.16
1Dr. med. vet. Michael Streicher: Kosmos Praxishandbuch Katzenkrankheiten. Kosmos-Verlag. 2013
Anette Huhn: Katzenkrankheiten. Eugen Ulmer KG. 2006
Dr. Medea Rachel Mahkorn: Erste Hilfe für meine Katze. Kosmos-Verlag. 2002

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Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. Kontakt über G+
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