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myxomatose kaninchen

Die Viruserkrankung Myxomatose wird auch Kaninchenpest genannt. Nicht ohne Grund – bei Tieren, die nicht geimpft sind, liegt die Todesrate nach einer Infektion mit dem Erreger bei 80 Prozent. Ausgelöst wird die Erkrankung durch den Leporipoxvirus myxomatosis, der zur Familie der Pockenviren gehört. Erfahren Sie im Folgenden mehr über Myxomatose und wie Sie Ihr Kaninchen vor einer Ansteckung schützen können!

Ursprung der Krankheit Myxomatose

Die Krankheit Myxomatose hat ihren Ursprung in Südamerika. Die seuchenartige Wirkung des Virus auf die Wildkaninchenpopulation machte man sich Mitte des 20. Jahrhunderts zunutze: In Australien waren wildlebende Kaninchen zu diesem Zeitpunkt zu einer echten Plage für Landwirte geworden. Deswegen wurde die Myxomatose hier unter wissenschaftlicher Aufsicht künstlich verbreitet, um den Bestand an Wildkaninchen zu verringern – mit Erfolg.

Ein zweiter künstlicher Myxomatose-Herd sorgte hingegen dafür, dass die Krankheit zu einem echten Problem wurde. Ein französischer Arzt wollte mit Hilfe des Myxomatose-Erregers seine Grünflächen von wildlebenden Kaninchen befreien. Dabei breitete sich die Krankheit schnell aus. Seuchenartig verteilte sich das Virus im ganzen Land und weiter in andere Länder. Dabei beschränkte sich der Myxomatose-Erreger nicht auf Wildkaninchen, sondern erfasste auch Rasse-, Haus- und Mastkaninchen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Zu Beginn der Myxomatose-Infektion entzünden sich die Augenlider. Die Augen sind gerötet und tränen, während die Lider stark anschwellen. Auch im Genital- und Analbereich treten massive Schwellungen auf. Im weiteren Verlauf breiten sich die Schwellungen am Kopf aus, betroffen sind hauptsächlich die Sinnesorgane Mund, Nase und Ohren. In der Folge kann das Kaninchen nicht mehr sehen und hat Probleme beim Atmen und Schlucken. Auch an den Pfoten kann es zu Schwellungen kommen. Das Kaninchen verweigert die Futteraufnahme und wirkt apathisch. Meist endet die Krankheit nach einer Dauer von sieben bis zehn Tagen mit dem Tod.

Krankheitsübertragung

Die Übertragung des Myxomatose-Virus erfolgt meistens indirekt von Kaninchen zu Kaninchen über blutsaugende Insekten, wie zum Beispiel Mücken, Kaninchenflöhe, Milben oder Zecken. Auch eine Übertragung über Futter oder verseuchte Gegenstände ist möglich – aber nur selten.

Gut zu wissen: Myxomatose ist nicht auf den Menschen oder andere Tiere übertragbar.

Myxomatose: Impfung und Vorbeugung

Myxomatose endet in den meisten Fällen tödlich. Hat sich das Kaninchen mit dem Virus infiziert, ist eine Behandlung meistens nicht erfolgreich. Deshalb gilt: Vorbeugen ist die beste Medizin! Es steht ein Impfstoff zur Verfügung, mit dem Kaninchen gegen Myxomatose geimpft werden können. Nach einer Grundimmunisierung sollte halbjährlich eine Wiederholungsimpfung stattfinden. Weitere Informationen zu Kaninchen-Impfungen.

Da Myxomatose meistens über Stechinsekten verbreitet wird, wird die Impfung auch reinen Wohnungskaninchen empfohlen.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen

  • Fliegengitter an den Fenstern halten Stechinsekten von Ihren Kaninchen fern.
  • Frisches Grün oder Löwenzahn sollte nicht dort gesammelt werden, wo Wildkaninchen leben.
  • Wildkaninchen sollten von Freigehegen ferngehalten werden.

Quellen:
Monika Wegler: Mein Zwergkaninchen. GRÄFE UND UNZER VERLAG. 2006
Jörg Zinke: Ganzheitliche Behandlung von Kaninchen und Meerschweinchen. Georg Thieme Verlag. 2004.
http://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/kaninchenkrankheiten/myxomatose-beim-kaninchen-kaninchenpest/154415, Abruf 23.03.16
Ein Herz für Tiere Special: Kaninchen. 01/2013

Bildquelle:
©iStockphoto/AshleighWellsPhotography

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