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Kalte Temperaturen sind nicht nur für uns eine Herausforderung. Viele Tiere haben sich ganz besondere Tricks überlegt, um eisigen Winden und garstigem Schneetreiben zu trotzen. Nicht alle sind aber zur Nachahmung empfohlen.

Kuscheln

koenigspinguine52 Grad minus kann es in der Antarktis schon mal haben. Und dann noch die eisigen Windböen. Was machen Königspinguine da? Sie kuscheln sich zusammen, ganz eng, in einem riesigen Pinguinpulk. Jeder darf mal nach innen, jeder muss mal nach außen. Zusätzlich sind sie noch mit einem extrem dichten Federkleid ausgestattet, da findet der Eiswind kaum eine Ritze, um durchzuwehen. Aber was ist mit den Füßen? Sehen die nicht ganz blau gefroren aus? Mitnichten, denn das Blut, das in die Beine geleitet wird, wird dabei abgekühlt, sodass keine Wärme verloren geht. Zurück von den kalten Zehen in das Körperinnere wird es einfach wieder aufgeheizt.

Fazit: Sich mit anderen zusammenkuscheln, wird einen auf jeden Fall auch wärmer halten.

Einfrieren

Rana-sylvaticaIn Nordamerika wird es ziemlich kalt, eiskalt. Bis zu 18 Grad minus sind dort keine Seltenheit – eigentlich keine lauschige Umgebung für Amphibien. Dem Nordamerikanischen Eisfrosch ist das egal, er hat einen ziemlich coolen Trick, um der Kälte zu trotzen: Er friert einfach ein. So erstarrt wartet er auf wärmere Zeiten und zwar bis zu sieben Monate, wenn es sein muss. Möglich wird das durch ein Frostschutzmittel in seinem Blut – und zwar ganz viel Zucker. Das verhindert, dass das Wasser in seinem Körper zu Eiskristallen gefriert und so das Gewebe zerpickst wird.

Fazit: Wir haben kein solches Frostschutzmittel – dieser Trick ist also leider nichts für uns.

Video: Wie der Eisfrosch wieder auftaut

High-Tech-Wärmeleiter

EisbaerWahre Meister der Wärmespeicherung sind Eisbären. Sie haben zum einen schwarze Haut (kaum zu glauben, oder?), damit schlucken sie jeden wärmenden Sonnenstrahl, der sie erreicht. Moment mal – wie soll denn die Strahlung auf die Haut kommen, bei dem ganzen Fell? Ganz einfach, die Haare sind eigentlich durchsichtig – sie sehen nur für uns weiß aus. Zusätzlich sind sie noch hohl, so wird die warme Sonne direkt an die Haut weitergereicht. Dieses Fell bedeckt den ganzen Bärenkörper – bis auf das Näschen und die Fußballen. So halten die Bären gut einige Minusgrade aus. Das müssen sie auch, denn in der Arktis machen die Bären vor allem im Winter Beute – fette Robben, die dann aufs Packeis kommen.

Fazit: Wenn man im Winter also eher dunkle Kleidung trägst, ist einem wärmer – zumindest, wenn die Sonne scheint.

Speckschicht

Wenn man die Nase so zur Tür raus steckt, möchte man es nicht glauben, aber eigentlich isoliert Luft ganz gut – zumindest im Gegensatz zu Wasser. Das heißt, wenn Du Deine Hand in eisiges Wasser hältst, wird sie viel schneller kalt, als wenn sie von 0 Grad kalter Luft umgeben ist. Doof ist das vor allem für Säugetiere, die im Eiswasser zu Hause sind. Zum Beispiel Robben. Ihr Trick gegen die Kälte: eine ordentliche, zentimeterdicke Speckschicht, auch „Blubber“ genannt. Gerade an den Flossen müssen die Tiere aber beweglich bleiben, da wäre eine Fettschicht eher hinderlich. Dort sorgt ein raffiniertes Wärmeaustauschsystem der Blutgefäße dafür, dass die Meeressäuger gut navigieren können, ohne kalte Flossen zu bekommen.

Fazit: Man friert im Gesicht weniger, wenn man es mit einer dicken Schicht Fettcreme eincremt – da gleitet ein eisiger Wind einfach ab.

Luftpolster

Meisen, Rotkehlchen und Co. sehen im Winter ganz schön puschelig aus. Der Grund: Sie bilden Luftpolster unter ihrem Federkleid, die sie wärmen. Denn, wie wir inzwischen wissen, leitet Luft schlecht. Das heißt aber auch, dass die Wärme am Körper bleibt und nicht in die Winterluft verpufft.

Fazit: Haben Sie eine Daunenjacke? Dann nutzen Sie dieses Prinzip schon – die darin enthaltenen Federn schaffen auch die wärmenden Luftpolster.

Verreisen

Leider für uns nur zeitweise praktikabel ist ein sehr weit verbreiteter Trick der Tierwelt um der Winterkälte zu trotzen: einfach verreisen. Viele Zugvögel wie zum Beispiel Störche, Stare oder Schwalben verbringen die kalte Jahreszeit einfach in Afrika – da ist es mollig warm.

Quellen:

  • http://pinguine.org/reise-an-die-antarktis/
  • http://www.wissen.de/heiss-und-kalt-leben-unter-extrembedingungen
  • http://www.deutschlandfunk.de/eisfrosch-alaskas-zucker-zauberer.676.de.html?dram:article_id=276609
  • http://www.sueddeutsche.de/wissen/biologie-froesche-koennen-einfrieren-und-auftauen-1.1753471
  • http://www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/eisbaer/
  • http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2003/msg00337.htm
  • http://www.spektrum.de/quiz/was-ist-blubber/616626
  • http://www.naturdetektive.de/natdet-wowebe_201206-kaeltetrick.html

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Was wäre ein Leben ohne Tiere? Vollkommen sinnlos! Spätestens seit ich im zarten Alter von fünf Jahren die Nasenbewegungen von Zwergkaninchen Nero imitierte, war klar, hier stoßen verwandte Seelen aufeinander! Seitdem gab es reichlich Erfahrungen mit Meersau (brannte mit dem Kaninchen durch), Wellensittch, Garnele, Krähe, Katz, Hund und sogar Bilch. Zeitgleich half mir ein Biologie-Studium die großen und kleinen Kunststücke der Natur zu verstehen. Mittlerweile arbeitete ich als Wissenschaftsjournalistin in München, Hündin Lina auch beim Frühstücken immer an der Seite.
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