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Katzen unterscheiden sich fundamental von anderen domestizierten Tieren. Sie wurden nicht vom Menschen als Arbeitstier oder Nahrung gezüchtet, sondern begannen von alleine die Nähe des Menschen zu suchen. Sie nützen uns zwar, indem sie Mäuse fangen. Dies tun sie aber nicht, um uns zu helfen, sondern weil sie erkannt haben, dass in unserer Nähe viele Beutetiere leben. Nichtsdestotrotz hat unser Zusammenleben bei den Tieren Spuren in ihren Genen hinterlassen. So haben zum Beispiel heute sehr viele Hauskatzen immer noch genetische Mutationen in sich, die sie die Angst vor Menschen vergessen lassen. Eine neue Studie, die sich mit den Unterschieden im Erbgut zwischen Haus- und Wildkatzen befasst, ist veröffentlicht worden.

Katzengenom entschlüsselt

Der Forscher Wesley Waren von der Washington School of Medicine hat zusammen mit seinen Kollegen die Studie im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht. Seine Arbeit basiert auf der im August 2014 veröffentlichten Entschlüsselung des kompletten Katzenerbmaterials („Annotated features of domestic cat – Felis catus genome“). Die Vorgängerstudie wurde von unterschiedlichen internationalen Forschungseinrichtungen durchgeführt. Ziel war Krankheiten, die sowohl Katzen als auch Menschen betreffen, besser heilen zu können.

Eine kurze Geschichte der Hauskatzen

Die Hauskatze ist erst über die letzten 10.000 Jahre entstanden. Damals begannen unsere Vorfahren mit dem Ackerbau. Hierdurch wurde den Mäusen das Leben extrem vereinfacht, sie brauchten sich nur bei den Siedlungen unserer Vorfahren niederzulassen. Das bekamen auch die Wildkatzen mit. Allerdings trauten sich nur die furchtlosesten Kater und Katzen, sich dem Menschen zu nähern. Aus diesen Katzen sind über die Jahre die modernen Hauskatzen entstanden. Der Hauptunterschied dieser modernen Tiere zu den Wildkatzen ist ihre Persönlichkeit. Sie sind furchtloser, freundlicher und lernen besser durch Belohnungen. Diese Eigenschaften sind in den Genen hinterlegt. Die Vorfahren unserer Hauskatzen paarten sich miteinander gaben die neuen Fähigkeiten an ihre Nachkommen weiter. Im Laufe der Zeit wurden diese dann immer ausgeprägter.

Haus vs. Wildkatze

Das Zusammenleben mit dem Menschen hatte für die frühen Hauskatzen noch weitere Anpassungen zur Folge. Sie begannen Ihre Ernährung umzustellen. Wildkatzen sind Hyperkarnivore, sie fressen also ausschließlich Fleisch. Hauskatzen hingegen nehmen auch Gemüsebestandteile zu sich. Dies entwickelte sich dadurch, dass sie in den Abfällen unserer Vorfahren nach Nahrung suchten. Statt Fleisch fanden sie aber häufig nur Reste von Gemüse und Getreide. Dieses Verhalten hat nicht nur Einfluss auf den Körperbau der Hauskatzen (sie sind etwas größer als ihre wilden Verwandten) sondern auch auf ihren Genpool. Die Gene, die die Verwertung von Pflanzen steuern, sind bei ihnen deutlich aktiver.

Über 10.000 Jahre später sind wir immer noch von unseren vierpfötigen, schmusenden und schnurrenden Mitbewohnern fasziniert. So fasziniert, dass wir ihren Genpool entschlüsseln und hoffen, sie besser zu verstehen.

Quellen:
– http://www.pnas.org/content/early/2014/11/05/1410083111.abstract, Abruf 16.11.14
– http://www.wired.com/2014/11/genes-cat-domestication/, Abruf 16.11.14
– http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25143822, Abruf 16.11.14

Bildquelle:
© revvet.de

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Ich bin Sebastian und schreibe hier (zumindest teilweise) über Mogli, Frodo und Shiva, allerdings bin ich bei weitem nicht so kreativ wie Nicole ;-). Ich bin eher der technische Part von revvet.de, mache also hier komische Dinge mit HTML, css und php.
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