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Impfungen für Katzen sind ein schwieriges Thema. Viele Katzenhalter lassen jährlich die wichtigsten Impfungen auffrischen. Immer wieder ist aber die Rede davon, dass die Tiere überimpft sind. Dass Auffrischungsimpfungen nicht mehr als ein einträgliches Geschäft für Tierärzte seien. Dass es zu Impfsarkomen und anderen Nebenwirkungen kommen kann. Nicht verwunderlich, dass immer mehr Halter ihre Katzen nicht impfen oder den Impfschutz nicht auffrischen lassen. Die Verunsicherung ist groß – was ist richtig? Ebenso wie für Menschen gibt es auch für Kleintiere eine Impfkommission, die Empfehlungen gibt. Leider wissen das die wenigsten Katzenbesitzer – lest jetzt mehr!

Was macht eine Impfkommission?

Die „Ständige Impfkommission Veterinärmedizin“ (StIKo Vet) besteht aus Tierärzten aus der Wissenschaft und der Praxis. Sie „wurde ursprünglich vom Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. ins Leben gerufen, um Tierärzten fachlich unabhängig und wissenschaftlich fundiert Leitlinien zur Impfung von Tieren an die Hand zu geben.“

Das Ziel: „Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier so häufig wie nötig!“

Bei den Impfungen wird nach Core-Komponenten und Non-Core-Komponenten unterschieden. Core-Komponenten sind Impfstoffe, gegen die jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muss. Non-Core-Komponenten sind nicht weniger wichtig, aber nicht für jedes Tier zu jeder Zeit notwendig. Interessant: Die Empfehlungen der StIKo Vet entsprechen in Einzelfällen nicht den Anwendungsempfehlungen der Impfstoff-Hersteller in den Packungsbeilagen.

Die Impfempfehlungen der „Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin“ (StIKo Vet) werden regelmäßig überprüft und angepasst. Die aktuelle Fassung findet ihr hier: https://www.fli.de/de/kommissionen/stiko-vet/empfehlungen/

Vermeidung von Impfsarkomen bei Katzen

In den Impf-Leitlinien der StIKo Vet gibt es vorweg allgemeine Empfehlungen zur Impfung von Katzen. Diese beziehen sich auf die Vermeidung der gefürchteten Fibrosarkome bzw. Impfsarkome. Hierbei handelt es sich um bösartige Hauttumoren an der Injektionsstelle.

Empfehlungen

  1. Die Injektion des Impfstoffes soll in die Hintergliedmaßen oder die seitliche Bauchwand erfolgen. In früheren Zeiten (und zum Teil leider auch heute noch) wurde die Impfung bevorzugt im Nacken gesetzt. Falls die Injektion aber wirklich einen Tumor zur Folge hat (die Wahrscheinlichkeit liegt übrigens bei 1 zu 5000), kann dieser an den Beinen oder der seitlichen Bauchwand besser operiert werden.1
  2. Des Weiteren sind Impfstoffe mit einem langen Impfintervall zu bevorzugen, um die Anzahl der Injektionen möglichst gering zu halten. Denn bei der Injektion des Impfstoffes kommt es zu einer lokalen Entzündung, aus der ein Tumor werden kann.
  3. Es sollen möglichst keine Impfstoffe mit Adjuvantien verwendet werden. Adjuvantien sind Hilfsstoffe, die die Wirkung des Impfstoffes verstärken. Sie können aber auch Impfsarkome auslösen. Adjuvantien sind meist in Totimpfstoffen enthalten, deshalb empfehlen sich Lebendimpfstoffe.2

Impfung: Grundimmunisierung von Katzen (Core-Komponenten)

Als Core-Komponenten gelten die Impfungen gegen Katzenschnupfen (Rhinotrachetisvirus & Felines Calicivirus, RC) und Katzenseuche (Felines Panleukopenievirus, P). Für Freigänger gilt zusätzlich die Impfung gegen Tollwut als Core-Komponente. Die Grundimmunisierung ist Voraussetzung für einen optimalen Schutz gegen die Krankheiten und findet in den ersten zwei Lebensjahren der Katze statt.

Die Empfehlung StIKo Vet bezüglich der Grundimmunisierung von Katzen lautet wie folgt:

Mit 8 Lebenswochen:
Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (RCP)
Mit 12 Lebenswochen:
Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (RCP), Freigänger: Impfung gegen Tollwut
Mit 16 Lebenswochen:
Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (RCP)
Mit 15 Lebensmonaten:
Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (RCP), Freigänger: ggfs. Impfung gegen Tollwut (abhängig vom verwendeten Impfstoff)

Stand: 12.12.16

Auffrischungsimpfungen

Nach der Grundimmunisierung müssen die Impfungen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.

Katzenschnupfen

Katzenschnupfen kann durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden. Impfungen gibt es gegen das Rhinotrachetisvirus und das Feline Calicivirus. Je nach Hersteller werden Wiederholungsimpfungen im Abstand von ein bis drei Jahren empfohlen.

Katzenseuche (Feline Panleukopenie)

Für die Katzenseuche sind Wiederholungsimpfungen im Abstand von drei Jahren ausreichend.

Achtung beim Impfen!
Meist wird bei der Katzenimpfung ein Kombinationswirkstoff gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft. Im Impfpass steht dann der Name des Impfpräparates und der Zusatz (RCP), zum Beispiel: Purevax RCP. Bei der letzten Impfung unserer Katzen haben wir mehrfach gesagt, dass nur gegen Schnupfen geimpft werden soll. Beim Blick in den Impfpass habe ich dann festgestellt, dass gegen unseren Willen ein RCP-Kombipräparat injiziert wurde. Beim nächsten Mal lasse ich mir die Ampulle zeigen – scheinbar geht es nicht anders.

Tollwut

Für die Tollwut sind in Deutschland die vom Impfstoffhersteller genannten Wiederholungsimpftermine von zwei bis drei Jahren empfohlen.

Non-Core-Komponenten

Alle anderen Impfungen betreffen Infektionskrankheiten gegen die nicht jede Katze zu jeder Zeit geimpft sein muss. Weitere Informationen hierzu findet ihr in der Leitlinie zur Impfung von Kleintieren.

Quellen:
– Leitlinie zur Impfung von Kleintieren | StIKo Vet am FLI (Stand 12.12.2016), Abruf 26.03.17
1http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19443, Abruf 26.03.17
– 2Monika Peichl: Katzen impfen – Der kritische Ratgeber. Norbert Höpfinger Verlag. 2016
– Tollwut-Verordnung: https://www.gesetze-im-internet.de/tollwv_1991/BJNR011680991.html, Abruf 26.03.17

Bildquelle:
©iStockphoto/YourNikonMan

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