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Vor ein paar Wochen haben wir unseren Diabeteskater Mogli auf das Insulin Toujeo umgestellt. Das U300-Insulin ist vielen Diabeteskatzenhaltern noch unbekannt. Deswegen möchte ich heute gerne über unsere Erfahrungen berichten und erklären, was das Besondere an dem Insulin ist.

Toujeo – was ist das?

Toujeo ist ebenso wie das bekannte Langzeitinsulin Lantus ein Insulin glargin. Beide Präparate kommen aus dem Hause Sanofi. Zum Ablauf des Patentschutzes von Lantus wurde Toujeo 2015 als Nachfolgeprodukt des Pharmaunternehmens auf den Markt gebracht.

Insulin glargin – was ist das?
Insulin glargin ist ein Arzneistoff aus der Humanmedizin, der zur Senkung des Blutzuckers eingesetzt wird. Es ist dem körpereigenen Insulin des Menschen sehr ähnlich und zählt zu den Langzeitinsulinen. Nach der Injektion bildet sich ein Depot, das den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum abgibt. Im Vergleich zu anderen Langzeitinsulinen hat Insulin glargin eine längere Halbwertszeit. So kann es langsamer und gleichmäßiger vom Körper aufgenommen werden.

Was ist der Unterschied zwischen Lantus und Toujeo?

Der Unterschied zwischen Lantus und Toujeo ist die Konzentration des Wirkstoffes. Während Lantus ein sogenanntes U100 Insulin ist, ist Toujeo das erste U300 Insulin.

Die Einheiten (Units) im Insulin
Die U(nit)-Angabe bei einem Insulin bezieht sich auf die enthaltenen Einheiten pro 1 ml Flüssigkeit. Bei einem U100 Insulin sind 100 Einheiten pro ml enthalten, bei einem U300 Insulin sind es 300 Einheiten. In einem Milliliter Toujeo ist also dreimal so viel Insulin wie in einem Milliliter Lantus.

Aufgrund der höheren Wirkstoffkonzentration werden entsprechend weniger Einheiten benötigt. Dadurch reduziert sich das Injektionsvolumen – oder einfach gesagt: es wird eine geringere Menge gespritzt.

Beispiel:
Benötigt die Katze 3 Einheiten Lantus, würde ihr mit Toujeo 1 Einheit ausreichen, da der Wirkstoff in dreifacher Konzentration enthalten ist. Das ist natürlich die Theorie – in der Praxis würde man wahrscheinlich mit einer niedrigeren Dosis starten und beobachten, wie das Tier reagiert und dann Schritt für Schritt die Dosis anpassen.

Was auf den ersten Blick nach „dasselbe in grün – nur anders berechnet“ klingt, macht tatsächlich einen großen Unterschied. Das geringere Injektionsvolumen von Toujeo hat den Vorteil, dass sich im Körper ein kompakteres Depot bilden kann. Dieses ermöglicht (im Vergleich zu einem U100 Insulin) eine langsamere und länger anhaltende Insulinfreisetzung. Toujeo wirkt also sanfter und länger als Lantus.

Wichtig:
Die Einheiten an sich ändern sich nicht, es ändert sich nur das Volumen der Flüssigkeit, in der der Wirkstoff enthalten ist. Man muss sich also keine Sorgen machen, dass ein höheres Risiko besteht, dass die Katze unterzuckert. Vorausgesetzt natürlich man passt die Einheiten an. Durch die höhere Wirkstoffkonzentration ist es zudem noch wichtiger als sonst beim Aufziehen der Spritze genau zu sein. Denn an sich können vermeintliche Minimengen Insulin für Katzen schon recht viel sein – bei einer dreifachen Konzentration gilt dies erst recht.

Die Vorteile von Toujeo auf einen Blick

  • Durch das reduzierte Injektionsvolumen wirkt Toujeo langsamer und dabei länger anhaltend. Außerdem wird es gleichmäßiger an den Körper abgegeben.
  • Studien beim Menschen haben ergeben, dass das Risiko für Hypoglykämien (Unterzuckerung) durch die sanfte Wirkung von Toujeo sinkt.
  • Durch die längere Wirkdauer kann es sein, dass Diabeteskatzen nur noch einmal am Tag eine Insulinspritze benötigen. Beim Menschen sind Langzeitinsuline genau dafür gedacht. Die Katze hat aber einen viel schnelleren Stoffwechsel, sodass in der Regel zweimal am Tag gespritzt werden muss.

Wie geht es Mogli mit Toujeo?

Die Insulineinstellung von Mogli war von Anfang an schwierig. Wir haben mit Lantus begonnen und sind dann irgendwann zu Levemir (ebenfalls ein U100 Insulin) gewechselt. Wir hatten das Problem, dass er immer mal wieder gute Tage hatte, in der Gesamtheit aber sehr schwankte. Mittlerweile verwenden wir seit circa fünf Monaten Toujeo. Es gibt zwar immer mal wieder Ausreißer. Aber insgesamt sehen seine Werte deutlich besser und vor allem viel gleichmäßiger aus. Wichtig für die Umstellung: regelmäßige Zwischenwerte, ein vorsichtiges Herantasten an die richtige Dosierung und einen guten Berater, den man notfalls auch sonntags um sieben in der Früh anrufen darf. An dieser Stelle: Herzlichen Dank, liebe Bettina!

Quellen:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=61249, Abruf 27.05.17
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55052, Abruf 27.05.17
http://www.diabetologie-online.de/a/patienten-mit-typ-und-typ-diabetes-profitieren-von-toujeo-1737079, Abruf 27.05.17
https://www.diabetes-news.de/nachrichten/neues-basalinsulin-u-300-konzentration, Abruf 27.05.17
Inge Pflüger: Hilfe, meine Katze hat Diabetes. Kema-Verlag. 2011

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Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. Kontakt über G+
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