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Manch Halter einer Diabeteskatze kann ein Lied davon singen: Blasenentzündungen. Ist der Blutzucker zu hoch, wird er über die Nieren und den Urin ausgeschieden. Dies geschieht ungefähr ab einem Blutzuckerwert von circa 200 mg/dl.1 Die meisten Diabeteskatzen, die noch nicht optimal auf Insulin eingestellt sind, haben deutlich höhere Werte. So auch unser Kater Mogli. Die Folge: Keime und Bakterien aus dem Darm folgen der süßen Zuckerspur. Gut für die Keime, schlecht für Mogli. Denn jetzt entsteht ein Kreislauf der schwer zu durchbrechen ist:

  • Der Urin enthält Zucker.
  • Bakterien steigen über die Harnröhre in die Blase auf.
  • Dort verursachen sie eine Entzündung.
  • Die Entzündung sorgt dafür, dass der Blutzucker weiter ansteigt.
  • Der Urin enthält noch mehr Zucker.
  • Weitere Bakterien haben leichtes Spiel.
  •  …

Im Oktober 2015 haben wir die Diabetes-Diagnose für Mogli bekommen. Seither kämpfen wir gegen die unterschiedlichsten finsteren Gesellen, die die Blase unseres Katers bevölkern. Fast durchgehend hat er unterschiedliche Antibiotika bekommen. Meist sind die Keime so hartnäckig, dass es kein wirksames Medikament für Katzen gibt, sodass wir Antibiotika aus der Humanmedizin spritzen müssen.

Und ganz ehrlich: All das ist Mist! Denn nicht nur, dass unser armer Kater unter den Blasenentzündungen leidet, wir ihn mit Medikamenten und Spritzen ärgern müssen. Nein, wir bekommen ihn auch einfach nicht eingestellt. Die Situation ist entsprechend frustrierend. Ein Mittel, mit dem man vorbeugen kann, muss her. Wir haben recherchiert, herumgefragt, uns mit unserer Ärztin abgestimmt und haben uns dafür entschieden, es mit D-Mannose zu versuchen.

D-Mannose – was ist das?

D-Mannose ist ein Einfachzucker, der als Prophylaxe gegen wiederholt auftretende Blasenentzündungen helfen soll. Die D-Mannose wird nicht vom Körper verstoffwechselt, sondern über die Blase direkt wieder ausgeschieden. Somit ist das Präparat auch für Diabetes-Katzen geeignet. Bakterien mögen es gern süß, sodass sie sich an die D-Mannose binden, bevor diese ausgeschieden wird. Studien mit Frauen, die Probleme mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten haben, konnten die Wirksamkeit bestätigen. Und auch von Diabetes-Katzenhaltern haben wir positives Feedback bekommen.

D-Mannose: Dosierung für Katzen

Wir haben uns also für ein D-Mannose-Präparat entschieden und es bestellt. Aber wieviel davon bekommt eine Katze? Die Dosierung für Menschen ist klar: „Bei akuten Beschwerden dreimal täglich über 2 Wochen einen Meßlöffel verzehren (6g).“ Zur Vorbeugung sind es 2 Gramm am Tag. Aber so eine Katze ist viel kleiner als wir. Natürlich haben wir auch hierzu recherchiert und nach Erfahrungen gefragt: ein bis zwei Messerspitzen sollen demnach helfen.

Da man Aussagen von anderen zwar vertrauen kann, Kontrolle aber besser ist, habe ich den Hersteller unseres Präparates angerufen und nachgefragt, welches Human-Gewicht zur Berechnung der Verzehrempfehlungen zugrunde gelegt wird. Bei unserer D-Mannose ist es ein Durchschnittsmensch mit 70 Kilogramm. Nun können wir ganz einfach die Dosierung für unseren Kater berechnen. Für alle, bei denen die letzte Mathestunde schon länger her ist, hier die Berechnungsformel:

D-Mannose-Dosierung bei akuten Beschwerden

70kg ≙ 6g (Gewicht: Durchschnittsmensch)
4,6kg ≙ xg (Gewicht: Unser Kater Mogli)
70/4,6 = 6/x
15,2 = 6/x
x = 6/15,2
x = 0,4g

Die Tagesempfehlung an D-Mannose für Katzen mit akuten Beschwerden beträgt nach dieser Rechnung 400 mg.

D-Mannose-Dosierung zur Prophylaxe von Blasenentzündungen

70kg ≙ 2g (Gewicht: Durchschnittsmensch)
4,6kg ≙ xg (Gewicht: Unser Kater Mogli)
70/4,6 = 2/x
15,2 = 2/x
x = 2/15,2
x = 0,1g

Die Tagesempfehlung an D-Mannose für Katzen zur Prophylaxe von Blasenentzündungen beträgt nach dieser Rechnung 100 mg.

Nun ist es so, dass unsere Küchenwaage leider nicht aufs Milligramm genau wiegt. Also bleibt uns nur, mit der ungenauen Messerspitze zu arbeiten:

„Für Medikamente bezeichnet sie die Pulvermenge, die etwa auf dem vorderen Zentimeter der Spitze eines herkömmlichen Besteckmessers stehen bleibt, wenn das Messer in das Pulver eingetaucht und waagrecht herausgehoben wird. Das entspricht ca. 0,1–0,5 g Pulver.“2

Wir werden mit einer vorsichtigen Messerspitze beginnen und in Kürze von unseren Erfahrungen mit D-Mannose für Katzen berichten.

Quellen:
1http://katzendiabetes.info/cyst.php, Abruf 24.03.16
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=48328, Abruf 24.03.16
2https://de.wikipedia.org/wiki/Messerspitze, Abruf 24.03.16

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Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. Kontakt über G+
6 KOMMENTARE
  1. Hallo Tina, den durchschlagenden Erfolg konnten wir mit der D-Mannose bisher leider nicht erzielen. Die erste Urinprobe nachdem wir angefangen haben, es zu geben, war tatsächlich keimfrei. Aber seither kämpfen wir leider wieder mit einer Blasenentzündung nach der anderen. Allerdings muss man sagen, dass Mogli wirklich ein schwerer Patient ist. Ich werde den Artikel bei Gelegenheit updaten. Liebe Grüße, Nicole

  2. Guten Morgen
    Ich hab auch so einen Blasenkandidaten, seit ich gelesen habe, dass die Bakterien den Darm weniger verlassen je gesünder er ist, habe ich angefangen ihm Probiotika zu geben als Vorbeugung. Ich nehme das von natures-tribute (soll jetzt keine Werbung sein, aber da gibt es offensichtlich grosse Unterschiede in Bezug Qualität) , das ist sehr hoch dosiert und hat nachweislich einen Bakterienstamm, der durch viele Studien belegt wurde. Ist zwar nicht ganz billig, aber sicher etwas vom bestens, was man bekommen kann. Ich gebe 1 Kapsel pro Tag, die Kapseln kann man öffnen und das Pulver übers Fressen geben. Da es nach nichts riecht oder schmeckt, jedenfalls für mich, wird es auch nicht zurückgewiesen. Ich glaube nicht, dass man Probiotika überdosieren kann. Vielleicht kann es am Anfang eine Reaktion geben, wenn ihr Kater das noch nie bekommen hat, bitte erkundigen. Bei mir war das kein Problem. Was auch noch gut ist, ev. bei einer akuten Infektion ist etwas saures wie Bokashi, das gibt es auch für Hunde und Katzen in Bioqualität. Viel Glück und gute Besserung für den Kleinen.

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