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Ich komme gestresst nach Hause. Unser Kater, der bis jetzt entspannt auf der Couch gelegen hat, ist auf einmal sehr anstrengend, rennt mit buschig aufgestelltem Fell durch die Wohnung und scheint meine Stimmung abzubilden. Eine neue Studie der Universität von Mailand hat dieses Nachahmungsverhalten untersucht und kommt zu dem Schluss, dass Katzen ähnlich wie Babies oder Hunde auf das Verhalten ihrer Bezugspersonen reagieren.

Was ist soziales Referenzieren?

Die Theorie der sozialen Referenzierung kommt aus der Entwicklungspsychologie, einem Teilbereich der Säuglings- und Kleinkindforschung. Sie besagt, dass sich Säuglinge und Kleinkinder an dem Verhalten Ihrer Bezugspersonen orientieren. Wenn die Mutter oder der Vater einen Fremden freundlich begrüßt, so übernimmt das Kind die Einstellung.
Ein sehr ähnliches Verhalten legen Hunde an den Tag. Sie beobachten ihre Besitzer und imitieren im Anschluss ihr Verhalten. Jetzt haben Forscher der Universität von Mailand untersucht, ob dieses Verhalten auch bei Katzen auftritt.

Studienaufbau: Verhalten sich Katzen wie ihre Besitzer?

Insgesamt wurden 24 Katzen und ihre Besitzer untersucht. Eine der Autorinnen der Studie, Isabella Merola, schreibt:

„The aim was to evaluate whether cats use the emotional information provided by their owners about a novel/unfamiliar object to guide their own behavior towards it.“

Frei übersetzt:

„Das Ziel der Studie war, festzustellen, ob Katzen die Emotionen ihrer Besitzer gegenüber neuen Situationen oder Objekten, verwenden, um ihr eigenes Verhalten anzupassen.“

Hierzu wurden die Katzen und ihre Besitzer in Gruppen aufgeteilt und einer für die Tiere, neuen Situation ausgesetzt. In einem Raum wurde ein Ventilator mit Flatterbändern platziert. Zusätzlich gab es eine Videokamera, die das Verhalten der Katzen aufgezeichnet hat. Die Besitzer wurden angewiesen, sich dem Ventilator auf unterschiedliche Arten zu nähern. Dabei wurden sie von ihren Katzen beobachtet. Die Besitzer mussten sich entweder neutral, negativ oder positiv gegenüber dem Objekt verhalten.

Mehr als 79 Prozent der Katzen beobachteten ihren Besitzer sehr genau, sobald er oder sie sich dem Ventilator näherte. Eine ähnlich hohe Zahl war bei den Hundeexperimenten nachgewiesen worden. Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass auch Katzen das Prinzip des sozialen Referenzieren benutzen.

Sobald die Tiere dann den Raum betreten konnten, verhielten sie sich ähnlich wie ihre Menschen. Katzen aus der positiven Gruppe erkundeten den Raum und gingen aufgeschlossen auf den Ventilator zu. Bei denen aus der negativen Gruppe konnte beobachtet werden, dass sie sehr viel vorsichtiger den Raum erkundeten und auch sehr viel schneller nach einem Fluchtweg suchten.

Ich bin schon sehr lange davon überzeugt, dass Katzen unsere Stimmung aufnehmen können. Schön ist, dass jetzt ein wissenschaftlicher Beweis vorliegt.

Quellen:
http://www.psychology.emory.edu/cognition/rochat/Emergence%20of%20selective.pdf
http://www.npr.org/blogs/13.7/2015/01/22/379008858/mind-your-moods-cat-owners
http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10071-014-0832-2#page-1

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Ich bin Sebastian und schreibe hier (zumindest teilweise) über Mogli, Frodo und Shiva, allerdings bin ich bei weitem nicht so kreativ wie Nicole ;-). Ich bin eher der technische Part von revvet.de, mache also hier komische Dinge mit HTML, css und php.
1 KOMMENTAR
  1. Ja, definitiv. Bin da auch der Meinung, dass sie die Stimmung vom Halter entsprechend wahrnehmen und deuten bzw. darauf reagieren. Katzen sind auch einfach sensible Tiere.

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