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Hunde sind die besten Freunde des Menschen, so heißt es immer. Sie sind inzwischen aber weit mehr als nur Weggefährten. Einige üben richtige Berufe aus – hier erfahren Sie, welche Stellen am Arbeitsmarkt sich die Vierbeiner erobert haben!

Experten in Nasenarbeit

Hunde können extrem gut riechen, viel besser als Menschen. Zum Vergleich: Während in Ihrer Nase circa zehn Millionen klitzekleine Riechzellen versuchen, Geruchsmoleküle in der Luft zu entdecken, sind es beim Hund bis zu 250 Millionen (zumindest beim Schäferhund). Und die Vierbeiner haben noch einen Trick: Beim Schnuppern atmen sie bis zu 300 Mal pro Minute. So wird die Nase laufend mit reichlich duftender Frischluft versorgt! Da ist ja ganz klar, dass Hunde besser Sachen erschnüffeln! Das reicht von der leckeren Wurst in der Hand bis hin, ob jemand Angst hat oder aber, welchen Weg man eingeschlagen hat – vor mehreren Stunden.

Deswegen übernehmen Hunde gerne Jobs, bei denen sie durch Nasenarbeit glänzen können. Übrigens sind Hunde mit sichtbar großen Nasen auch besser dafür geeignet, als kurzschnäuzige Rassen. Schäferhund schlägt also Mops, wenn es um den Nasen-Arbeitsplatz geht.

Polizeihund

Schon seit mehr als 100 Jahren setzt die Polizei auf die Schnüffelhilfe von Hunden – dabei gibt es Spezialisten für ganz unterschiedliche Aufgaben. Die Vierbeiner finden zum Beispiel Drogen, Geld oder Sprengstoff. Sie werden aber auch eingesetzt, um vermisste oder tote Personen zu suchen. Bei der Aufklärung von Brandstiftung mischen die Supernasen ebenfalls mit – zum Beispiel, indem sie Brandbeschleuniger riechen. Polizeihund und Hundeführer arbeiten nicht nur als Team, sie leben zusammen – auch, wenn der Hund irgendwann in Rente geht.

Krebsschnüffelhunde

Wenn Menschen Krebs bekommen, verändert sich ihr Stoffwechsel. Es entstehen zum Beispiel andere Chemikalien. Zum Teil beeinflusst das auch den Geruch. Speziell trainierte Hunde erschnüffeln beispielsweise Lungenkrebs, Hautkrebs oder Darmkrebs. Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Spürnasen den Krebs sogar besser entdecken als normale Untersuchungsverfahren. Leider ist die Ausbildung der Krebsschnüffler sehr aufwendig. Aber Forscher arbeiten schon an künstlichen Hundenasen!

Kuschelhunde

Hundefans werden an dieser Stelle heftig nicken: Mit Hunden kann man prima kuscheln und es ist sogar richtig entspannend, sanft ein Hundeohr zu kraulen. Keine Einbildung dieses Gefühl – dass Hunde Stress nehmen, ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Ganz besondere Wirkung entfalten speziell ausgebildete Therapiehunde als Kuschelhunde zum Beispiel in Altersheimen. Denn die Vierbeiner bereichern dort mit ihren Besuchen den Alltag der Heimbewohner. Sie helfen zum Beispiel gegen das Gefühl von Einsamkeit, lockern die Stimmung auf und holen vor allem Demenzkranke wieder ein Stück weit ins Hier und Jetzt zurück.

Flugangst-Therapeuten

Wenn es ums Fliegen geht, spalten sich die Menschen. Es gibt die, die furchtbar gerne fliegen und die, die fliegen furchtbar finden – immerhin rund 15 Prozent bekommen schweißnasse Hände, wenn sie ein Flugzeug besteigen sollen. Um ihnen die Angst vor der Flugreise zu nehmen, setzen immer mehr Flughäfen in Amerika auf Hundehelfer („Wag Brigade“, zu Deutsch Wedel-Brigade). Die Tiere sollen den Menschen helfen, sich zu entspannen und mit einem beruhigten Gefühl zu fliegen. Damit man die Hunde auch erkennt, tragen sie ein grünes Halsband mit der Aufschrift, „Pet me“, also „Streichel mich“.

Filmstar

Lassie ist sicherlich das bekannteste Beispiel für einen Hundestar im Filmgeschäft – er hat sogar einen eigenen Stern am Hollywood Walk of Fame. Aber auch Timmy von den Fünf Freunden oder Idefix von Asterix und Obelix sind Ihnen sicherlich ein Begriff. Um ein guter Schauspieler zu sein, muss ein Hund Spaß am Lernen haben und sich außerdem super mit seinem Trainer aber auch mit allen anderen am Set verstehen. Hunde können ja bekanntlich nicht lesen, deswegen übersetzt der Trainer dem Vierbeiner, was von ihm erwartet wird, etwa: „Sitz“, „Jetzt bellen“, oder „Deck dich zu“.

Lesehunde

Es gibt Kinder, die sind nicht so gut im Lesen. Genau solchen Mädchen und Jungen können „Lesehunde“ sehr gut helfen. Moment mal – „lesende“ Hunde? Nein, nein, eher „lauschende“ Hunde. Die Kinder lesen ihnen vor. Hunde sind hervorragende Zuhörer: Sie sind geduldig, verbessern nicht und verbreiten Ruhe und Gelassenheit. In München hat ein solches „Lesehund“-Projekt großen Erfolg und wird ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen.

Diabetes-Warnhund

Menschen mit Diabetes können Zucker, den sie essen nicht richtig verwerten. Zum Glück gibt es Medikamente, die ihnen helfen. Allerdings müssen die Betroffenen immer sehr auf ihren Blutzucker achtgeben. Denn wenn der zu niedrig ist, kann das lebensgefährlich werden. Genau deswegen gibt es Diabetiker-Warnhunde. Die Tiere lernen in ihrer Ausbildung, ihr Herrchen rechtzeitig zu warnen, wenn sein Blutzucker gefährlich sinkt oder steigt. Je nachdem kann der Diabetiker schnell einen Traubenzucker lutschen oder seine Medikamente nehmen.

Blindenhund

Ein ganz besonderer Job für einen Hund ist es als Begleithund für einen Blinden zu arbeiten. Denn die Tiere müssen nicht nur die Augen ihrer Besitzer ersetzen, sie müssen sich auch in sie hineinversetzen. Das bedeutet zum Beispiel, sie müssen Wege einschlagen, auf denen ihr Mensch ihnen auch folgen kann. Auch sonst ist hohe Konzentration von ihnen gefordert – die Blindenhunde dürfen sich nicht ablenken lassen, wenn sie im Dienst sind.

Rettungshunde

Manchmal passieren Unglücke in der Welt, zum Beispiel gibt es Erdbeben oder Lawinen und Menschen werden verschüttet. Jetzt kommen Rettungshunde zum Einsatz. Tollkühn lassen sie sich zum Beispiel aus Hubschraubern abseilen, um dann mit ihrer feinen Nase vermisste Personen aufzustöbern. Um sie bei ihrer mutigen Arbeit zu unterstützen, ist immer ihr Halter mit an ihrer Seite. Denn die ist leider nicht ganz ungefährlich, etwa weil Gebäudeteile einstürzen können oder neue Lawinen abgehen. Hunde haben im Rettungseinsatz eine lange Tradition – weltbekannt sind zum Beispiel die Bernhardiner aus Bern, die mit dem Fässchen mit Schnaps um den Hals.

Quellen:
https://www.bundesverband-rettungshunde.de/de/
http://www.hno-aerzte-im-netz.de/unsere-sinne/riechen/riechschleimhaut.html
https://books.google.de/books?id=1NgFBbTbX_MC&pg=PA98&dq=hund+riechzellen&hl=de&sa=X&ei=fPRFVa-pM8fwUNSBgfgN&ved=0CDgQ6AEwAA#v=onepage&q=hund%20riechzellen&f=false
http://www.mpg.de/796869/F003_Fokus_032-039.pdf
https://books.google.de/books?id=iANEoWWMeTAC&pg=PA655&dq=mensch+anzahl+riechzellen&hl=de&sa=X&ei=MfZFVavaEsSqUfS6gfAD&ved=0CCAQ6AEwAA#v=onepage&q=mensch%20anzahl%20riechzellen&f=false
http://www.planet-wissen.de/natur_technik/haustiere/hunde/polizeihunde.jsp
http://www.polizeihund.ch/html/index.html
http://www.netdoktor.de/magazin/hunde-riechen-tumoren-tierische-krebs-schnueffler/
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/atemluft-proben-hunde-koennen-lungenkrebs-riechen-a-780835.html
http://www.stadthunde.com/magazin/lifestyle/hundemitjobs/lesehundemuenchen.html
http://www.assistenzhunde-zentrum.de/index.php/assistenzhunde/diabetikerwarnhund
http://www.therapiehunde-deutschland.de/artikel/therapiehunde/
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/flugangst-therapie-flughaefen-in-den-usa-setzen-hunde-ein-a-936925.html

Bildquelle:
©iStockphoto-sengulmurat

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Was wäre ein Leben ohne Tiere? Vollkommen sinnlos! Spätestens seit ich im zarten Alter von fünf Jahren die Nasenbewegungen von Zwergkaninchen Nero imitierte, war klar, hier stoßen verwandte Seelen aufeinander! Seitdem gab es reichlich Erfahrungen mit Meersau (brannte mit dem Kaninchen durch), Wellensittch, Garnele, Krähe, Katz, Hund und sogar Bilch. Zeitgleich half mir ein Biologie-Studium die großen und kleinen Kunststücke der Natur zu verstehen. Mittlerweile arbeitete ich als Wissenschaftsjournalistin in München, Hündin Lina auch beim Frühstücken immer an der Seite.
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