
Vergleicht man die freilebenden großen Brüder (Wildkaninchen) von unserem Frodo mit einem Feldhasen, wird man relativ schnell Unterschiede feststellen:
Bereits beim ersten Blick auf einen Feldhasen und einem Wildkaninchen wird der Unterschied klar: Während der Feldhase mit einer Körperlänge von bis zu 70 cm und einem Gewicht von bis zu 6 kg eher groß wirkt, ist der Körperbau des Wildkaninchens eher klein (Körperlänge bis 50 cm bei einem Gewicht von bis zu 2,5 kg) und wirkt dabei gedrungen. Der Feldhase ist schlank und hat lange Beine.
Die Körpergröße der beiden Tierarten spiegelt sich natürlich auch in der Länge der Ohren wider. Der Feldhase hat mit 12 bis 14 cm eine stattliche Ohrlänge. Die Löffel des Wildkaninchens sind mit einer Länge von 6-8 cm um einiges kürzer.
Der Feldhase lebt als Einzelgänger und ändert dieses Verhalten nur während der Paarungszeit. Das Wildkaninchen hingegen lebt in Kolonien. Vielleicht haben Sie schon mal Wildkaninchen beim Spazierengehen gesehen: Wo ein Wildkaninchen hoppelt, sind im Normalfall weitere Tiere nicht weit entfernt.
Während der Feldhase, wie sein Name schon vermuten lässt, auf Feldern, Wiesen und im Wald anzutreffen ist, bevorzugen Wildkaninchen Sandböden und Hügel. Sie graben sich Erdbaue, während der Feldhase oberirdisch lebt.
Entsprechend ist auch das Fluchtverhalten der beiden Tierarten sehr unterschiedlich: Das Wildkaninchen flüchtet sich in seinen Bau. Der Feldhase ist sehr ausdauernd und flieht in die Weite.
Auch der Nachwuchs von Feldhase und Wildkaninchen startet mit unterschiedlichen Voraussetzungen: Die Jungen des Feldhasen sind Nestflüchter und entsprechend behaart, sehend, hörend und früh selbstständig. Die Jungen des Wildkaninchens sind das genaue Gegenteil: Sie sind hilflos, weil sie nackt, blind und taub geboren werden. Deshalb sind sie Nesthocker.
Man findet sicherlich noch einige weitere Unterschiede zwischen Kaninchen und Hasen. Meiner Meinung nach sind die Genannten die Größten und vermitteln ein Gefühl dafür, wie unterschiedlich die beiden Tierarten sind, obwohl man dazu geneigt ist, sie gleichzusetzen.
Eine Gemeinsamkeit haben Zwergkaninchen und Hase aber doch! Beide Tierarten sind keine echten Nagetiere, auch wenn man dies gern denkt. Denn verwunderlich ist es, wenn ich mir unseren Frodo dabei anschaue, wie er ausgiebig alles benagt, was ihm in die Quere kommt.
Zwergkaninchen und Hasen gehören zur Gruppe der so genannten Hasenartigen. Der Grund dafür liegt in der Art, wie die Tiere kauen. Während Nagetiere ihren Unterkiefer nur vor- und rückwärts verschieben, um ihre Nahrung zu zerkleinern, zermahlen die Hasenartigen die Nahrung regelrecht. Sie bewegen ihr Gebiss kreisförmig und nicht nur von vorne nach hinten. Zudem können Nagetiere ihr Futter mit den Vorderpfoten festhalten. Das können Kaninchen nicht.
Bildquellen: Wildkaninchen: de.wikipedia.org, Feldhase: de.wikipedia.org flickr:a_jo und Vivatier
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