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Als unsere Tierärztin uns sagte, wir sollen eine Urinprobe von unserem Kater Mogli nehmen, schauten wir uns zweifelnd an. Ob wir das hinbekommen würden? Wir haben es hinbekommen und im Nachhinein war es gar nicht so schwer. Wenn man die ersehnten Tröpfchen aber noch nicht im Röhrchen hat, erscheint es schier unmöglich, jemals an eine Urinprobe der Katze zu kommen. Deswegen gibt es heute einen Erfahrungsbericht von uns.

Urinprobe nehmen – so geht’s!

Um die Urinprobe der Katze nehmen zu können, braucht man das entsprechende Equipment: ein steriles Urinröhrchen. Die bekommt man beim Tierarzt oder in der Apotheke. Wir hatten noch ein Röhrchen, das eigentlich für Stuhlproben gedacht ist. Das ist ebenfalls steril und kann genauso gut für Urin verwendet werden.

Bevor es losgehen kann, muss man noch einige Vorbereitungen treffen: Wie kommt der Urin der Katze ins Röhrchen bzw. wie fängt man ihn auf? Es gibt spezielle Röhrchen mit Auffangpfanne. Damit kann man den Urin direkt auffangen. Mit normalen Röhrchen braucht man einen Zwischenschritt. Wir haben eine Suppenkelle verwendet (mit der wir wohl keine Suppe mehr schöpfen werden). Damit diese möglichst keimfrei wird, wird sie vor Gebrauch mit kochendem Wasser desinfiziert. Danach darf man die Kelle natürlich nicht wieder einfach irgendwo hinlegen – sonst sammeln sich neue Keime. Also haben wir ein Geschenkband an ihr befestigt und sie mit einer Klammer an die Wäscheleine gehangen. So baumelte sie bis zu ihrem Einsatz frei herum und kam mit keinen anderen Gegenständen in Berührung.

Dann bleibt die große Frage: Wann muss die Katze mal? Mogli hat es einige Tage geschafft, immer dann auf die Toilette zu gehen, wenn wir es nicht mitbekommen haben. Zum Verzweifeln. Irgendwann haben wir die Tür geschlossen und gewartet, bis er sich bemerkbar macht. Und tatsächlich: Kurze Zeit später kratzte er an der Tür und ein vorwurfsvolles Miauen schallte durch den Flur. Unser großer Moment: Sebastian beobachtete den Kater, während ich die Kelle holte. Dann ging alles ganz schnell. Sebastian hob vorsichtig den Schwanz des Katers hoch und hielt die Kelle unter den Urinstrahl. Bevor Mogli wusste, wie ihm geschah, hatten wir die Urinprobe.

urinprobe katze
Wichtig ist, die Katze einige Zeit in Ruhe zu lassen, bis der Urinstrahl schon einige Zeit läuft. Dann kann sie ihn nicht mehr stoppen. Agiert man zu früh, kann es sein, dass die Katze es sich anders überlegt.

Zusammenfassung: Urinprobe Katze nehmen

  1. Steriles Urinröhrchen besorgen.
  2. Suppenkelle (oder ähnliches) in sprudelnd heißes Wasser tauchen, um Keime abzutöten und frei baumelnd aufhängen.
  3. Warten, bis die Katze auf die Toilette geht.
  4. Wenn die Katze Urin absetzt, kurz warten, dann mit der Suppenkelle Urin auffangen.
  5. Urin in das sterile Röhrchen füllen – am besten mit einem Trichter.

Perlenstreu: Wenn es mit der Urinprobe nicht klappt…

Manchmal klingen Dinge einfach, aber, wenn man sie umsetzen soll, steht man vor dem Berg wie der berühmte Ochse. Wenn es nicht klappt, die Urinprobe der Katze zu nehmen, kann man spezielle Streu (sogenannte Perlenstreu) verwenden. Hierbei handelt es sich nicht um Streu im herkömmlichen Sinne. Die Plastikkugeln nehmen den Urin nicht auf, suggerieren der Katze aber eine normale Toilettensituation. Der Urin sammelt sich in der Toilette und kann mithilfe einer beiliegenden Pipette aufgenommen und in das Urinröhrchen gefüllt werden. Wichtig ist auch hier, dass möglichst wenig Keime vorhanden sind. Deswegen muss die Katzentoilette vorher mit kochendem Wasser gereinigt werden. Perlenstreu erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt oder im Internet.

4 KOMMENTARE
  1. Unser Felix (16,5) hatte vor über 10 Jahren Struvit/Kristalle, da mussten wir auch alle vier Wochen eine urinprobe abgeben. Das war schon ne Herausforderung.

    Dieses nicht absorbierendes Katzenstreu hatten wir auch. der Felix konnte ganz ganz lange seinen Urin halten (einmal über 36 Stunden o.O). Nur irgendwann musste er sich dann doch entleeren, zum Glück dann im Kistchen mit den doofen perlen. Fand ich dann nicht so gut mit dem langen halten, was dann ja auch ggf. das Ergebnis beeinträchtigt.

    Bei einem Langhaar ist das dann auch noch ne Herausforderung. Suppenkelle -> dafür war ich zu doof und zu zaghaft. Bei euch liest es sich so leicht *g* Ich hatte Alufolie genommen. Diese hatte ich als flache Tellerchen geformt und dann zack vorsichtig runter geschoben.

    Nicht-Katzenbesitzer halten einen bestimmt für doofe, wie man sich über so ne Urinprobe doch freuen kann 😉

    LG
    Marlene

  2. Vielen Dank für den tollen Artikel und Respekt, dass ihr das so gut hinbekommen habt 🙂 Ich stelle mir gerade vor, wie ich Elvis einen Schöpflöffel unter den Hintern halte – no way! Lieber würde er platzen. Das Perlenstreu habe ich auch mal versucht, als Elvis Verdacht auf eine Blasenentzündung hatte. Dummerweise ist das ja nur eine geringe Menge „Streu“ und das kam meinem misstrauischem Kater verdächtig vor. Also lieber nicht pinkeln. Zum Glück hat sich das Problem von selbst erledigt.

    Wenn weder Suppenkelle noch Perlenstreu helfen, kann der Tierarzt die Blase auch punktieren. Wäre für den Notfall eine Alternative.

    Weiterhin gute Besserung an Mogli und liebe Grüße

    Bärbel

    PS: Die Fotos sind göttlich 😀

  3. Danke für den Tipp ich bin nämlich fast wahnsinnig geworden als der Tierarzt mir ne kleine Spritze nur mitgab 🙂
    Hauptproblem war dann noch die Katzen in dern Etagen zu separieren, damit ich auch vom richtigen Stubentiger das Urin nehme 😀

    Liebe Grüße

    Andrea

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