Tiere sind keine Geschenke Teil 17: Fiona und Merlin

Der Kater Merlin lief und lief. In der Nähe des Tierheims befand sich ein Wald. In diesen Wald lief er hinein. Hier dachte er sich außer Atem, könne er verschnaufen und überlegen, was er tun sollte. Er fand einen Bach und trank gierig. Dann rollte er sich im Schutz eines Baumes zusammen. Seine Flucht hatte ihn müde gemacht und er schlief sofort ein.

Das Haus aus dem das Zwergkaninchen Fiona geflohen war, lag direkt am Rand des Waldes, so dass auch sie in den Wald hinein gehoppelt war. Sie war ratlos, was sie tun sollte, aber froh, dass sie entkommen war. Unter einem Baum sah sie einen Kater zusammengerollt schlafen. Auch wenn sie von Natur aus Respekt vor Katzen hätte haben sollen, zog sie das Schnurren, das Merlin von sich gab, wie um sich selbst zu beruhigen, magisch an. Der Kater schlief tief und fest, so dass er nicht bemerkte, dass er beobachtet wurde. Fiona legte sich vorsichtig neben den Kater und schlief kurz darauf ebenfalls ein.

Als Merlin erwachte, bemerkte er natürlich sofort, dass ein Zwergkaninchen sich an ihn gekuschelt hatte. Verwundert über die Dreistigkeit des kleinen Wesens, beschloss er erst einmal, sich ausgiebig zu putzen. So viel Zeit musste sein. Nachdem er mit seiner Katzenwäsche fertig war, beschloss er, erst einmal dem Zwergkaninchen zu zeigen, dass es sich nicht einfach an einen Kater herankuscheln konnte.

Fiona wachte auf, weil sie etwas anstupste. Nachdem sie die Augen geöffnet hatte, stellte sie fest, dass es eine Katzenpfote war. Eine Katzenpfote mit ausgefahrenen Krallen. Sie dachte: „Oh je, vielleicht war das doch keine so gute Idee.“ Panisch riss sie ihre Augen auf und fing an aufgeregt mit ihren kleinen Hinterläufen zu klopfen. Merlin sah sie an und sprach: „Miau, sag mal … was fällt Dir denn ein, Dich gemütlich an mich zu kuscheln, während ich schlafe? Ich könnte Dich auf der Stelle umbringen, wenn ich wollte.“

Fionas Augen füllten sich mit Tränen: „Ach weißt Du, umbringen wollte man mich gestern schon. Sie wollten mir einfach den Hals umdrehen. Ich bin geflüchtet und dann sah ich Dich und Du hast so beruhigend geschnurrt. Da dachte ich, mir könne bei Dir nichts passieren. Aber anscheinend war das ein Irrtum.“ Der Kater sah sie an, zog seine Krallen ein und sagte: „Aber warum solltest Du denn umgebracht werden? Du bist doch eigentlich ganz niedlich.“ Er räusperte sich: „Für ein Zwergkaninchen zumindest.“ Fiona sagte traurig: „Ich glaube, ich war das, was die Menschen ein Weihnachtsgeschenk nennen. Leider hat das Mädchen, dem ich geschenkt wurde, allergisch auf mich reagiert. Immerzu musste sie niesen“ Merlin sprang auf: „Ein Weihnachtsgeschenk sagst Du? Das war ich wohl auch. Eigentlich hat mir mein neues zu Hause auch gut gefallen. Aber dann kam auf einmal ein Mann, der bei uns einzog. Der mochte mich anscheinend nicht. Dann wurde ich ins Tierheim gebracht. Und dort bin ich abgehauen.“ Beide hielten inne und dachten über die Menschen nach. Merlin sah das kleine Zwergkaninchen an und sagte: „Nachdem wir dasselbe Schicksal teilen, wollen wir uns nicht streiten und zusammen weiter gehen.“ Fiona schlug vor Begeisterung einen Haken und fühlte sich schon viel besser. Aufgeregt sagte sie: „Ich bin Fiona!“ Merlin sah sie an und sagte schmunzelnd: „Hallo Fiona! Ich heiße Merlin.“

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Nicole

Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. :-). Kontakt über G+

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