Animal Hoarding: Wenn Tierliebhaber zu Tierquälern werden

Animal Hoarding: Wenn Tierliebhaber zu Tierquälern werden

60 Katzen in einer Mietwohnung, ein Balkon voller Zwergkaninchen oder 200 Tiere unterschiedlichster Art in einem einzigen Haus „angesammelt“. Immer öfter hört oder liest man von solchen Fällen. Jetzt werden Sie vermutlich fragen: „Warum tut jemand so etwas?“ Und ich frage mich dasselbe …

All diese Fälle fallen unter den Begriff Animal Hoarding (Tierhortung). Sucht man nach einer passenden Übersetzung, trifft es Tiersammelsucht wohl am besten. Denn das ist es: Eine Sucht. Eine psychische Erkrankung.

Animal Hoarding: Was ist das?

Animal Hoarding „beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an Futter, Wasser, Hygiene, Pflege und tierärztlicher Betreuung. Die Halter erkennen nicht, dass es den Tieren in ihrer Obhut schlecht geht“, so definiert der Deutsche Tierschutzbund die Erkrankung.

In Fällen von Animal Hoarding brauchen sowohl die Tiere als auch die Tierbesitzer schnellstmöglich Hilfe. Die Tiere sind verwahrlost, krank, zum Teil sogar tot. Die Wohnungen sind entsprechend verunreinigt. Stellen Sie sich vor, 60 Katzen wohnen mit Ihnen gemeinsam in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Da ist es nicht verwunderlich, wenn einem die Lage über den Kopf wächst und man Betreuung und Pflege nicht mehr adäquat bewerkstelligen kann. Hinzu kommt, dass die Tiere meistens nicht kastriert sind und sich zu allem Chaos obendrein noch vermehren. Die Tiere bekommen nicht ausreichend Nahrung und Wasser und sind in einem schlechten Zustand.

Die betroffenen Tierhalter sehen das nicht. Im Gegenteil: Menschen, die an der Krankheit Animal Hoarding leiden, denken, es geht ihren Tieren gut und es ist alles in Ordnung. Sie sehen sich zum Teil sogar noch als Tierschützer.

So weit so gut, aber mal im Ernst: Es kann mir doch keiner erzählen, dass Animal Hoarding lange unentdeckt bleiben kann oder sind wir tatsächlich so wenig auf unsere Mitmenschen und unsere Umgebung sensibilisiert? Wenn ich mir vorstelle, dass mein Nachbar seine Wohnung mit 50 Hunden, Vögeln, Katzen oder sonstigen Tieren teilt, dann habe ich die naive Vorstellung, dass man das hören und auch riechen muss …

Weitere Informationen zum Thema Tiersammelsucht:

  • Der Deutsche Tierschutzbund bietet auf seiner Webseite eine Checkliste zum Erkennen von Animal Hoarding-Symptomen an. Zum Deutschen Tierschutzbund.
  • Auf dem Rettungsdienst-Blog gibt es auch einen Artikel für das Thema Animal Hoarding. Zum rettungsdienst-blog.com.

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Nicole

Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. :-). Kontakt über G+

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