
All diese Fälle fallen unter den Begriff Animal Hoarding (Tierhortung). Sucht man nach einer passenden Übersetzung, trifft es Tiersammelsucht wohl am besten. Denn das ist es: Eine Sucht. Eine psychische Erkrankung.
Animal Hoarding „beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen. Es fehlt an Futter, Wasser, Hygiene, Pflege und tierärztlicher Betreuung. Die Halter erkennen nicht, dass es den Tieren in ihrer Obhut schlecht geht“, so definiert der Deutsche Tierschutzbund die Erkrankung.
In Fällen von Animal Hoarding brauchen sowohl die Tiere als auch die Tierbesitzer schnellstmöglich Hilfe. Die Tiere sind verwahrlost, krank, zum Teil sogar tot. Die Wohnungen sind entsprechend verunreinigt. Stellen Sie sich vor, 60 Katzen wohnen mit Ihnen gemeinsam in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Da ist es nicht verwunderlich, wenn einem die Lage über den Kopf wächst und man Betreuung und Pflege nicht mehr adäquat bewerkstelligen kann. Hinzu kommt, dass die Tiere meistens nicht kastriert sind und sich zu allem Chaos obendrein noch vermehren. Die Tiere bekommen nicht ausreichend Nahrung und Wasser und sind in einem schlechten Zustand.
Die betroffenen Tierhalter sehen das nicht. Im Gegenteil: Menschen, die an der Krankheit Animal Hoarding leiden, denken, es geht ihren Tieren gut und es ist alles in Ordnung. Sie sehen sich zum Teil sogar noch als Tierschützer.
So weit so gut, aber mal im Ernst: Es kann mir doch keiner erzählen, dass Animal Hoarding lange unentdeckt bleiben kann oder sind wir tatsächlich so wenig auf unsere Mitmenschen und unsere Umgebung sensibilisiert? Wenn ich mir vorstelle, dass mein Nachbar seine Wohnung mit 50 Hunden, Vögeln, Katzen oder sonstigen Tieren teilt, dann habe ich die naive Vorstellung, dass man das hören und auch riechen muss …
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