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Wurmkuren, Antibiotika oder andere Medikamente – manchmal müssen auch Katzen Tabletten einnehmen. In der Regel tun sie das aber nicht freiwillig und als Katzenhalter müssen wir sie ein bisschen zu ihrem Glück zwingen. Im Folgenden finden Sie fünf Tipps, wie Sie Ihrer Katze Tabletten geben können.

Challenge accepted: Katzen Tabletten geben

Tipp 1: Mogelpackungen

Der sanfte Weg, der Katze eine Tablette zu geben, ist eine Mogelpackung. Man kann versuchen, die Tablette im Nassfutter zu verstecken. In den meisten Fällen wird die Katze allerdings säuberlich um die Tablette herumfressen. Um die bittere Pille schmackhafter zu machen, darf es schon etwas mehr sein: ein Stück Käse oder Leberwurst zum Beispiel. Am besten funktioniert es mit Leckerchen, die etwas Besonderes für die Katze sind.

Wichtig zu wissen: Nicht alle Tabletten eignen sich für Mogelpackungen. Einige Antibiotika sollten zum Beispiel nicht mit Futter verabreicht werden. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt!

Tipp 2: Tablettenmörser

Wenn es mit der Tablette am Stück nicht klappen will, kann man die Tablette zu Pulver mörsern. Hierfür gibt es spezielle Tablettenmörser im Handel. Das Tablettenpulver kann man in Wasser auflösen und die Flüssigkeit mit einer Spritze ins Maul der Katze geben. Oder man verrührt es zum Beispiel mit Leberwurst zu einer Paste, die verabreicht werden kann. Wird die Paste nicht angenommen, kann man versuchen, sie ins Fell der Katze zu schmieren, so dass sie sich putzt und das Medikament auf diesem Wege aufnimmt.

Wichtig zu wissen: Es gibt Tabletten, zum Beispiel Schilddrüsentabletten, die im Ganzen verabreicht werden müssen. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt!

Tipp 3: Tabletteneingabe

Manchmal funktioniert nur der direkte Weg. Beim Tierarzt sieht es immer ganz einfach aus, wenn dieser der Katze Tabletten verabreicht. Alleine, im heimischen Wohnzimmer gestaltet sich die Lage schon anders. Daher hier eine kurze Anleitung, wie es klappt, der Katze die Tablette zu geben:

  1. Halten Sie die Katze fest. Am besten funktioniert es, wenn man sich die Katze zwischen die Beine klemmt.
  2. Drücken Sie leicht mit Daumen und Zeigefinger in die Wangen der Katze, um das Maul zu öffnen.
  3. Beugen Sie den Kopf der Katze leicht nach hinten.
  4. Dann die Tablette in den Rachen der Katze fallen lassen.
  5. Das Maul der Katze zuhalten und mit den Fingern über den Hals streichen, damit der Schluckreflex ausgelöst wird.

Tipp 4: Vorsichtsmaßnahme

Zu zweit funktioniert die Tablettengabe in der Regel gut: einer hält die Katze fest, der andere lässt die Tablette in ihr Maul fallen. Wenn man der Katze die Tablette alleine geben muss, kann es hilfreich sein, sie in eine Decke oder ein Handtuch einzuwickeln. So sind Krallen gut verpackt und sie kann auch nicht mehr so einfach entwischen.

Tipp 5: Tablettengeber

Wenn die Tablettengabe nicht funktioniert, kann man es mit einem Tablettengeber versuchen. Hierbei handelt es sich um einen länglichen Applikator, in den die Tablette eingelegt wird. Durch einen Stab wird die Tablette herausgedrückt und landet direkt im Rachen der Katze. Dies löst den Schluckreflex automatisch aus.

Probieren Sie aus, welche Methode für Ihre Katze die Richtige ist!

Nicht jede Katze ist gleich. Während einige Katzen recht kooperativ sind, spucken andere Katzen einem die Tabletten regelrecht vor die Füße. Gerade, wenn eine regelmäßige Medikamentengabe notwendig ist, sollten Sie einen Weg finden, der für beide Parteien möglichst stressfrei ist.

Unsere beiden Katzen sind zum Beispiel sehr unterschiedlich: Dauert die Medikamentengabe nicht zu lange, ist Mogli recht schnell zu überzeugen: Tablette am Stück in Leberwurst verstecken und Schwupps ist sie weg. Bei Medikamenten, die über einen längeren Zeitraum gegeben werden müssen, funktioniert das irgendwann nicht mehr. Und auch alles andere, was pastenähnlich ist, wird kritisch beäugt und verweigert. Dann hilft nur noch die direkte Tablettengabe, die zum Glück super mit ihm klappt. Shiva hingegen ist schon schwieriger zu überzeugen: Sie scheint die bittere Mogelpackung zehn Meilen gegen den Wind zu riechen und fällt auf Verstecke meist nicht rein. Alles wird fein säuberlich abgeschleckt – zurück bleibt eine schmierige Tablette. Bei der direkten Eingabe, spuckt sie die Tablette wieder aus. Ist der Schluckreflex stärker als ihr Wille, wird die Tablette wieder hochgewürgt. Bei ihr helfen nur spezielle Leckerliepasten, wie zum Beispiel Käsepasten. Ob sie nicht widerstehen kann oder ob der Käsegeruch den Tablettengeruch besser versteckt, ist uns nicht ganz klar. Die Hauptsache ist: Es funktioniert!

Quellen:
Dr. med. vet. Michael Streicher: Kosmos Praxishandbuch Katzenkrankheiten. Kosmos-Verlag. 2013
Dr. med. vet. Heidi Kübler: Quickfinder Katzenkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag. 2011

Bildquelle:
©iStockphoto/epsilon-st

1 KOMMENTAR
  1. Die Katzen und ihre Tabletten. Das Problem kenne ich leider zu gut. Unsere Katze weigert sich auch Tabletten zu nehmen. Selbst die Fahrt zum Tierarzt ist eine Qual für beide Seiten. Natürlich wollen wir, dass unser Jerry Gesund bleibt. Meistens informieren wir uns im Internet über Katzenkrankheiten etc. Vor allem Anfänger finden viele gute Infos im Internet. Naja kommen wir zurück zum Thema. Jerry nimmt schluckt nie freiwillig Tabletten. Mein Onkel schafft es die Tablette in Jerrys Mäulchen reinzuwerfen, ich jedoch schaffe es einfach nicht. Mittlerweile teile ich die Tablette und verstecke es in sein Nassfutter und das klappt eigentlich ganz gut.

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