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Wer kennt es nicht: Endlich ist Sommer, die Temperaturen steigen und die Sonne scheint vom Himmel. Einmal nicht aufgepasst und schon ist er da, der Sonnenbrand. Die Folgen sind gerötete Haut, Schmerzen, Juckreiz und wenn es ganz doof läuft, auch noch Blasen. Um das zu vermeiden, greifen wir Menschen zur Sonnenmilch. Und als ich genau das vorhin tat, fragte ich mich: Können Katzen eigentlich auch einen Sonnenbrand bekommen?

Helle Körperstellen – erhöhtes Sonnenbrandrisiko

Ein Sonnenbrand ist im Grunde nichts anderes als eine Verbrennung der Haut, die durch die UV-Strahlen der Sonne verursacht wird. Das gilt für die Katze genauso wie für den Menschen. Die Antwort lautet also: Ja, auch Katzen können einen Sonnenbrand bekommen. Besonders weiße, hellhäutige Katzen sind gefährdet. Ihnen fehlen Farbpigmente, die sie vor Schäden durch die UV-Strahlung schützen. Auch wenn nur einzelne Körperstellen hell sind, muss man aufpassen: Hat zum Beispiel ein schwarzer Kater ein weißes Ohr, ist dieses Ohr anfälliger für Sonnenbrand als der Rest des Körpers.

Tipp: Langhaarkatzen werden im Sommer häufig geschoren, damit ihnen unter ihrem Fell nicht zu warm ist. Auch hier ist Vorsicht geboten. Das Fell schützt nicht mehr vor der Sonne, die Sonnenbrand-Gefahr steigt!

Problemstellen: Nase und Ohren

Typischerweise tritt der Sonnenbrand an den Körperstellen auf, die nicht durch Fell geschützt sind: Ohren und Nase. Folgende Symptome deuten darauf hin, dass Ihre Katze einen Sonnenbrand hat:

  • Gerötete Hautstellen auf Nase und/oder Ohren
  • Blasen und Krusten auf der Nase, oft auf dem Übergang von Nasenspiegel (unbehaarte Hautpartie rund um die Nasenlöcher) und Nasenrücken
  • Rötung, Schuppen, Blasen oder Krusten an den Ohren, meist an den Ohrspitzen und Ohrrändern

Katzen vor Sonnenbrand schützen

Zwar kann sich die verbrannte Haut im Normalfall wieder generieren. Dennoch sollte auch bei Katzen ein Sonnenbrand möglichst verhindert werden. Denn wie bei uns Menschen steigt die Gefahr für Krebserkrankungen. Sonnenbrand kann bei Katzen dazu führen, dass sich Tumoren an Nase und Ohren bilden. Dr. med. vet. Michael Streicher schreibt dazu in seinem Praxishandbuch Katzenkrankheiten: „In Deutschland steigt die Zahl der an einem UV-Strahlen-induzierten Plattenepithelkarzinom erkrankter Katzen.“

Deswegen gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.  Das einfachste Mittel, um Sonnenbrand vorzubeugen, ist die Sonne zu meiden. Deswegen wird empfohlen, die Katze im Sommer nicht in der Mittagszeit nach draußen zu lassen. Helle Ohren sollten außerdem im Sommer mit einer Sonnencreme eingecremt werden, um die Haut zu schützen.

Quellen:
Dr. med. vet. Michael Streicher: Kosmos Praxishandbuch Katzenkrankheiten. Kosmos-Verlag.  2013
Dr. med. vet. Heidi Kübler: Quickfinder Katzenkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag. 2011
Dr. Medea Rachel Mahkorn: Erste Hilfe für meine Katze. Kosmos-Verlag. 2002

Bildquelle:
©iStockphoto/ValeriMak

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Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. Kontakt über G+
2 KOMMENTARE
  1. Liebe Nicole,
    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. An Sonnenbrand bei Katzen hab ich wirklich noch nicht gedacht. Macht die Sonnencreme der Katze nichts aus wenn sie sich mit den Pfoten die Ohren putzt und die Pfoten dann ableckt? Sind die Inhaltsstoffe schädlich für meine Katze? Oder gibt’s da eigens Sonnencreme für Tiere?
    LG, Coco

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