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Weihnachtszeit ist Dekozeit – dabei dürfen auch Pflanzen nicht fehlen. Katzen haben aber mitunter eine Freude daran, Zimmerpflanzen zu benagen. Dies kann zu schweren Vergiftungen führen. Es empfiehlt sich also im Zweifel, lieber ein ungefährliches Katzengras aufzustellen. Im Folgenden findest du einen Gift-Check für die beliebtesten Weihnachtspflanzen.

Weihnachtsstern: Giftig für Katzen

Weihnachtsstern - giftig für Katzen
Weihnachtsstern – giftig für Katzen

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gehört in vielen Haushalten ebenso zur Adventszeit wie Plätzchen und Glühwein. Katzenbesitzer sollten ihre Tiere aber von der Pflanze fernhalten! Frisst die Katze etwas vom Weihnachtsstern, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Stark giftig: Weihnachtsstern
Der Weihnachtsstern wird vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie als stark giftig eingestuft. Vergiftungssymptome treten bereits nach Aufnahme kleiner Pflanzenmengen ein.

Der Weihnachtsstern zählt zu den sogenannten Wolfsmilchgewächsen. Der Milchsaft der Pflanze dient ihr als Schutz: Bei kleinsten Verletzungen der Pflanze tritt er aus und gerinnt, so dass die Wunde geschlossen wird. Was für den Weihnachtsstern praktisch ist, kann der Katze zum Verhängnis werden:

  • Kommt die Wolfsmilch mit Haut in Kontakt, können lokale Reizungen mit Blasenbildung und Nekrose (Absterben von Zellen) auftreten.
  • Der Kontakt mit der Schleimhaut kann Entzündungen der Mundschleimhaut und Magen-Darm-Entzündungen verursachen.
  • Bei Kontakt mit den Augen kann es zu Bindehautentzündungen und Entzündungen der Hornhaut kommen.
  • Während des Verdauungsprozesses kann der Milchsaft Störungen des zentralen Nervensystems hervorrufen, die zum Beispiel zu Schädigungen von Leber und Nieren führen.

Wenn die Katze etwas vom Weihnachtsstern gefressen hat:

Sollte deine Katze von einem Weihnachtsstern gefressen haben, zögere nicht: Bring dein Tier zum Tierarzt – auch, wenn noch keine Vergiftungssymptome auftreten! Am besten packst du den Weihnachtsstern ebenfalls ein, damit der Tierarzt sich ein Bild über die aufgenommene Menge machen kann.

Folgende Symptome der Katze weisen auf eine Vergiftung durch den Weihnachtsstern hin:

  • Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen,
  • Absinken der Körpertemperatur (Unterkühlung),
  • Zittern,
  • Lungenödem.

Amaryllis: Giftig für Katzen

Amaryllis - giftig für Katzen
Amaryllis – giftig für Katzen

Eine weitere beliebte Weihnachtspflanze ist die Amaryllis. Bei der zur Advents- und Weihnachtszeit verkauften Pflanze handelt es sich um den sogenannten Ritterstern (Hippeastrum). Auch die Amaryllis ist für Katzen giftig.

Stark giftig: Amaryllis (Ritterstern)
Die Amaryllis (Ritterstern) wird vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie als stark giftig eingestuft. Vergiftungssymptome treten bereits nach Aufnahme kleiner Pflanzenmengen ein.

Die ganze Pflanze ist giftig, besonders gefährlich ist aber die Zwiebel.

Wenn die Katze etwas von der Amaryllis gefressen hat:

Sollte deine Katze von einem Weihnachtsstern gefressen haben, zögere nicht: Bring dein Tier zum Tierarzt – auch, wenn noch keine Vergiftungssymptome auftreten! Am besten packst du die Amaryllis ebenfalls ein, damit der Tierarzt sich ein Bild über die aufgenommene Menge machen kann.

Folgende Symptome der Katze weisen auf eine Vergiftung durch die Amaryllis hin:

  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Koliken und Krämpfe,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Bewegungsstörungen,
  • Zittern,
  • niedriger Blutdruck.

Tanne: Giftig für die Katze?

Nicht nur der Weihnachtsbaum besteht aus Tanne – auch Gestecke und Adventskränze werden meistens aus den Kieferngewächsen gebunden. Tanne ist aber nicht gleich Tanne, was die Giftigkeit für Katzen angeht.

So sind zum Beispiel Unterformen der Weißtanne schwach giftig bis giftig, das heißt bei Aufnahme massiver oder großer Pflanzenmengen können Vergiftungssymptome auftreten. Die Norfolk-Tanne hingegen ist ungiftig. Achte beim Tannenkauf auf die Sorte und schau im Zweifel in der Datenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie nach, ob eine Gefahr besteht.

Misteln – in massiven Mengen giftig

Wer kennt den Weihnachtsbrauch nicht: Wer unter einem Mistelzweig steht, darf geküsst werden. Aber auch ansonsten werden Misteln (Viscum album) in der Adventszeit dekorativ eingesetzt. Für Katzen kann der Verzehr der Pflanze in massiven Mengen gefährlich werden.

Schwach giftig: Misteln (Viscum album)
Die Mistel wird vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie als schwach giftig eingestuft. Vergiftungssymptome treten nach Aufnahme massiver Pflanzenmengen ein.

Schneerose: Giftig für Katzen

Christrose - giftig für Katzen
Christrose – giftig für Katzen

Die Schneerose (Helleborus niger) wird unter dem Namen Christrose gerne so gezüchtet, dass sie zu Weihnachten blüht. Als Katzenbesitzer sollte man auf diese Blume allerdings besser verzichten, sie ist sehr stark giftig. Bei Verzehr drohen Reizungen der Schleimhaut von Maul und Verdauungstrakt und Nierenschädigungen.

Sehr stark giftig: Schneerose / Christrose
Die Schneerose wird vom Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie als sehr stark giftig eingestuft. Vergiftungssymptome treten nach Aufnahme geringer Pflanzenmengen ein.

Wenn die Katze etwas von einer Schneerose gefressen hat:

Sollte deine Katze von einer Schneerose gefressen haben, zögere nicht: Bring dein Tier zum Tierarzt – auch, wenn noch keine Vergiftungssymptome auftreten! Am besten packst du die Schneerose ebenfalls ein, damit der Tierarzt sich ein Bild über die aufgenommene Menge machen kann.

Folgende Symptome der Katze weisen auf eine Vergiftung durch die Schneerose hin:

  • Speicheln,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Koliken,
  • Pupillenerweiterung,
  • Lähmungen.

Weihnachtskaktus: Vermutlich ungiftig für Katzen

Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) trägt seiner Namen aufgrund seiner Blütezeit in der Weihnachtszeit. Er gilt als ungiftig für Katzen.

Quellen:
http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm, Abruf 22.11.15

Bildquellen:
Header: ©iStockphoto-suemack
Weihnachtsstern: ©iStockphoto-leekris
Amaryllis: ©iStockphoto-np-e07
Christrose: ©iStockphoto-Laura Clay-Ballard

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Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. Kontakt über G+
3 KOMMENTARE
  1. Lieben Dank für Ihren Beitrag, aber Sie haben die wohl giftigste Pflanze für Katzen vergessen: die Lilien!! Sie führen zu Nierenversagen und unweigerlich zum Tod…. Leider ist dies meiner jungen, gesunden und verspielten Katze passiert …

    • Oh nein! Das ist ja schrecklich und tut uns sehr leid! 🙁 In dem Artikel ging es um Weihnachtspflanzen. Daher sind nicht alle Pflanzen genannt, die giftig für Katzen sind. Liebe Grüße, Nicole

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