Das ist mein Revier! Katzen und menschliche Beziehungen

Das ist mein Revier! Katzen und menschliche Beziehungen

Als Sebastian und ich uns kennenlernten, lebte mein Kater Mogli schon eine ganze Zeit alleine mit mir. Auch Shiva war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bei uns. Er war der „Mann“ im Haus und wir waren ein eingespieltes Team. Für mich war klar, dass ich mit niemand zusammen sein konnte, der Katzen nicht mag. Zu sehr hatte ich mich an den kleinen Kater gewöhnt und ihn lieb gewonnen.

Potentielle männliche Konkurrenten wurden von Mogli kritisch begutachtet. Und dann trat Sebastian das erste Mal durch unsere Wohnungstür. Zum Glück ist Sebastian ein ausgesprochener Katzenfreund und überraschenderweise mochte Mogli ihn auf Anhieb. Schnell schnurrte er Sebastian um die Beine, sprang zur Begrüßung auf seine Schulter und schmuste sein Gesicht. Es lief alles wunderbar. Sebastian durfte sich in der Wohnung aufhalten und er war gern gesehener Gast. Das änderte sich aber schlagartig, wenn Sebastian es wagte, einen Fuß über die Schwelle des Schlafzimmers zu setzen. Das war sein Revier – eindeutig. Da wurde aus dem akzeptierten und für gut befundenen Sebastian der FEIND. Ehrlich. Knurren, fauchen, angreifen. Armer Sebastian, mehr als einmal bekam er Moglis Krallen und Zähne zu spüren.

Und nachdem Mogli einmal begriffen hatte, dass Sebastian eine neue Rolle besetzte, war es eine ganze Zeit lang schwierig. Die beiden fochten regelrecht Machtkämpfe aus. Mogli – der Mann im Haus vs. Sebastian, der Mann im Haus. Es war nicht schön. Sogar ich bekam meinen Anteil weg, denn eine Zeitlang griff Mogli auch mich an, frei nach dem Motto: „Was fällt Dir ein? Ich bin hier das Alpha-Männchen!“. Ein Glück, dass Sebastian der wohl geduldigste Mensch ist, den ich kenne. Denn er gab nicht auf. Er übernahm Aufgaben rund um die Kater-Betreuung: Er fütterte ihn morgens, er reinigte das Katzenklo, er spielte mit ihm und so weiter. Natürlich teilten wir die Aufgaben, denn wenn sich nur noch Sebastian um die Belange des Katers gekümmert hätte, wäre das wahrscheinlich auch nicht richtig gewesen. Er sollte mich ja nicht ersetzen, sondern ergänzen. Zwei „Bedienstete“ im Katerleben, das konnte doch nicht so schlecht sein. ;-)

Und tatsächlich: Mit der Zeit spielte sich alles ein und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem der Kater nicht mehr auf meinen Beinen schlief, sondern auf den Beinen von Sebastian. Ich gebe es zu: Ich war teilweise auch ein bisschen eifersüchtig. Denn immerhin verteilte Mogli seine Gunst auf uns beide und ich war nicht mehr die alleinige Empfängerin. Doch auch diesen Lernprozess haben wir durchgestanden. Und so wurde aus meinem Kater Mogli mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen UNSER Kater Mogli. Und es gibt jetzt einen Mann und einen Kater in „meinem“ (mittlerweile unserem) Haus. Was will „Frau“ mehr? :-)

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Nicole

Ich bin Nicole. Bei revvet.de schreibe ich über unsere Mitbewohner auf vier Pfoten: Die beiden Katzen Shiva & Mogli und Zwergkaninchen Frodo. Was auch immer mir im Zusammenleben mit unseren Tieren interessant erscheint, findet hier seinen Platz. :-). Kontakt über G+

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